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Condition: Sehr gut. Erstausgabe. 342 (3) Seiten. 20 cm. Umschlaggestaltung: Design Team. Umschlagmotiv von Andreas Werdan. Sehr guter Zustand. Kopfschnitt leicht fleckig. - Alban Nikolai Herbst (Pseudonym für Alexander Michael von Ribbentrop; * 7. Februar 1955 in Bensberg) ist ein deutscher Schriftsteller, Librettist, Kritiker und Regisseur im Bereich der Rundfunk-Hörkunst. Leben: . Literarisches Werk - Prosa: Wilhelm Kühlmann bezeichnet Alban Nikolai Herbst als eine der Führungsfiguren der literarischen Postmoderne, während Ralf Schnell Herbsts Poetik als das Paradoxon einer digitalen Ästhetik in Romanform beschreibt, wohingegen Heinz-Peter Preußer in dieser Poetik eine zu sich selbst gekommene Postmoderne wähnt. Anfangs hat Herbst Texte in der Tradition des Realismus über den Alltag bundesrepublikanischer Kleinbürger geschrieben und sich seither zum Verfasser von Romanen, Novellen, Theaterstücken und Hörspielen entwickelt, die mit der Beschreibung von apokalyptischen Zuständen (Anderswelt-Trilogie, 1998 bis 2013) und ihrer steten Vermischung von Traum und Realität (Wolpertinger oder Das Blau) zu den bemerkenswertesten Beispielen neuerer deutschsprachiger phantastischer Literatur zählen. Hans Richard Brittnacher zufolge hat Herbst ihr sogar endgültig zum Anschluss an die literarische Moderne verholfen. Gleichzeitig hat sich sein Werk zunehmend der Neuen Medien bemächtigt, die er nachdrücklich poetisiert und direkt zum Medium fiktiver Geschehen macht. Dabei gehen Romanerfindung, tatsächliches Alltagsgeschehen und politische Gegenwartsereignisse ungeschieden ineinander über; Realität und Fiktion werden ununterscheidbar: Die Grenzen einer solchen Literatur sind durchlässig (.) nicht nur unter sich selbst, sondern nach außen: Für neue Techniken, für andere Künste, für fremde Texte, für die Realität. Mit dieser bereits in den frühen Romanen und Erzählungen angelegten Entwicklung geht Herbsts Bemächtigung des Internets einher, in das nunmehr Romanfiguren als in Echtzeit handelnde Personen implantiert werden, die als Avatare nicht mehr von tatsächlichen Personen unterschieden werden können: Der Roman geschieht real im Moment seiner Erfindung, Leser erleben ihn als ein tatsächliches Geschehen mit. Deshalb wenden sowohl Schnell als auch Ursula Reber den Begriff der Autopoiesis als Kategorie auf Herbsts Poetik an. Reber spricht von einer Palimpseststruktur, die mit der rhizomartigen Verwandlung der Bücher ineinander und mit der realen Außenwelt ununterscheidbar einhergeht. Dies lässt sich als Medienkritik lesen, besonders wenn man Herbsts politische Aufsätze seit dem 11. September 2001 ins Auge fasst. Es kann aber auch, wie Schnell meint, der Ausdruck einer radikal-affirmativen poetischen Verfügung über die Neuen Medien sein: die am weitesten vorangetriebene literarische Ästhetik im Zeitalter der Digitalisierung. Herbsts Verfahren der Vermischung von Wirklichkeiten hat sowohl den Vorwurf der Geschichtsklitterung auf sich gezogen wie auch den der Kolportage. Überhaupt wird Herbsts Arbeit extrem gegensätzlich eingeschätzt: Die Wertungen reichen von Scharlatan über wortreicher Hochstapler bis hin zu großer deutscher magischer Realist und Lichtgestalt der literarischen Postmoderne. Herbst selbst, der sich seit spätestens 2001 mit dem Aufsatz Das Flirren im Sprachraum auch der theoretischen Poetik zugewandt hat, nennt seine Arbeit dokumentarisch. Ein tatsächlicher Realismus sei gar nicht möglich, sondern letztlich Ideologie. Aus Herbsts primären Prosaarbeiten und theoretischen Abhandlungen, die er vor allem in Literaturzeitschriften wie Schreibheft, die horen, Kritische Ausgabe, L. Der Literaturbote sowie seinem Weblog Die Dschungel. Anderswelt veröffentlicht hat, proklamiert Herbst den Begriff eines Kybernetischen Realismus, für dessen Grundbewegung er eine Möglichkeitenpoetik reklamiert. "Ausgehend von Norbert Wieners Verständnis von Mensch und Maschine als analoge Systeme von Nachrichtenübermittlung übernimmt Herbst", so Renate Giacomuzzi, "den Begriff der Kybernetik, um damit ein ästhetisches Modell zu bezeichnen, in dem die Unterscheidung zwischen künstlich und natürlich arrangierter Welt aufgehoben ist". Wiederum Reber vergleicht Herbsts Poetologie mit den Metamorphosen Ovids. Herbsts Vermischung von Realität und Fiktionen ist nicht ohne juristische Folgen geblieben. Im Jahr 2003 erwirkte eine ehemalige Freundin Herbsts gegen die Veröffentlichung seines Romans Meere eine einstweilige Verfügung, da sie in dem Werk einen Schlüsselroman sehe, dessen Inhalt eine Verletzung ihrer Persönlichkeitsrechte darstelle. Der Rechtsfall lief mit leichter Zeitversetzung hinter dem ähnlich gelagerten um Maxim Billers Roman Esra her und führte auch hier erst einmal zu einem Buchverbot. Jedoch anders als im Fall Biller wurde der Prozess um Meere im März 2007 durch eine gerichtliche Einigung erledigt, so dass der gesamte Roman bereits im April 2007 als Vorabdruck in einer umgearbeiteten Fassung in der Wiener Literaturzeitung Volltext erschien und damit wieder einsehbar wurde ein seit Rowohlts Rotationsromanen in solchem Umfang nicht mehr dagewesenes Literaturereignis. Seit September 2017 ist auch die unveränderte Originalausgabe wieder erhältlich. Die scheinbare Rückkehr in einen autobiografischen Realismus des Romans Meere stellt sich als ein weiteres kalkuliertes Segment von Herbsts Vermischungsästhetik heraus, das letztlich sogar objektive Gerichtsverfahren zu literarischen Erscheinungen macht. Unterdessen gilt das Buch als Meisterwerk radikal-männlicher Prosa. Herbst setzt sich sehr für die Bewahrung der deutschen Sprache ein. Als er auf die falschen Konjunktive in dem Roman Die komische Frau von Ricarda Junge aufmerksam machte, entgegnete man ihm: Auf Konjunktive kommt es nicht an. Herbst beschrieb seine Reaktion darauf in einem Interview: 'Wir dürfen es doch nicht kaputtgehen lassen!', rief ich mit wahrscheinlich schon etwas gepresster Stimme aus, fasste mich wieder und erklärte die Besonderheit des deutschen Konjunktiv II, der zwar imperati. Seller Inventory # 76758
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