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8°. 1 Bl. (Titel), pp. 561-758, 4 Bll. (Register). Schriftsatz in 10-Punkt Fraktur. Bibliophiler Hldr.-Handeinband d. 20. Jhs. a. 5 Bünden mit gepr. Rückentitel u. marmorierten Deckeln (diese leicht berieben). Erste (einzige) Ausgabe (postum). Druck a. Bütten, Seitenränder unbeschnitten. Seiten v.a. im Satzspiegel unterschiedlich gebräunt u. marginal min. (stock-) fleckig. Leichtere Alters-, wenig Gebrauchsspuren. Gesamthaft gutes Exemplar. - - Haller 5, Nr. 748: "mit sehr lehrreichen und wichtigen Urkunden und Anmerkungen vermehrt"; Barth 2066; Möller p. 1101 - swisscovery mit 7 Standorten - Digitalis. in BVB/BSB; vgl. e-rara - Ev. Partie einer ursprünglichen Restauflage: es fehlen offenbar von jeher pp. 371-560 von Band 2 der durchpaginierten 'Fortsetzung der Bündnergeschichte' in fünf 'Büchern' (vgl. e-rara) - Auf einem Originalmanuskript Sprechers basierende postume Bearbeitung. Die lateinische Handschrift sollte die als 1. Band gedachte Ausgabe von 1629, 'Historia motuum et bellorum' etc. betr. die Jahre 1607-1628, ergänzen (510 SS., Cologny GE, P. Chouet; Haller 5, Nr. 746, Barth 2063; deutsch u.d.T. 'Historische Beschreibung von denen Unruhen und Kriegen' ec., 768 SS.; 3 Auflagen u. Verlage 1701-1703; Haller 5, Nr. 747; Barth 2064) - "Der zweite Theil des Werkes, der mit der Innsbrucker Gesandtschaft des Jahres 1628 anhebt und als eigenes Werk den Titel 'Continuatio motuum Rhaetiae' führt, wurde 1780 von J. L. [sic] Lehmann als 'Erste und zweite Fortsetzung der Bündnergeschichte [ec.]', aus einer lateinischen Handschrift übersetzt, herausgegeben." (F. v. Jecklin, in: ADB); vgl. Lehmanns Dedikation in Bd. 1: "Die Uebersetzung [.] ist eine dem Publikum noch unbekannte und nur in wenigen Privat Bibliotheken als Manuscript vorhandene Fortsetzung der bündnerischen Historie" (etc.; 2. nn. S.) - Die 'Fortsetzungen' sind nicht zu verwechseln mit der 'Pallas Rhaetica, armata et togata' (Basel 1617, 298 SS; Barth 20317), bzw. deren dt. Übersetzung u.d.T. 'Rhetische Cronica, oder [.] Beschreibung Rhetischer Kriegs, unnd Regimentssachen' (Chur 1672, 373 SS.; Haller 4, Nr. 815; zu den div. Ausgaben s. Möller; vgl. ADB u. BV GR) - ENTHALTEN ist in der vorliegenden Partie des 2. Bandes (Teil d. 'Zweiten Theils V Buch') ab p. 561 die Chronik für 1641-1644, von 'Die Protestanten müssen aus dem Veltline' (1640) und 'Ein päbstlicher Nuntius zu Chur' (Juli 1641), bis zur Vermittlungstätigkeit Johann Heinrich Wasers (sog. Waserscher Spruch) und 'Handel im Unteren Engadin', 1644 (pp. 706-710, Streit betr. Hospiz und Hauskapelle der Kapuziner in Scuol) - Besondere Aufmerksamkeit widmet Sprecher immer wieder den Ereignissen und Vorgängen betr. die Landschaft Davos während dem Dreissigjährigen Krieg und den sog. Bündner Wirren ('Scumbigls grischuns') - Mit Register für beide Bände der 'Fortsetzung' - Anhang (pp. 715-758) mit 3 dokumentarischen Beilagen, so eine ausführlichere Darstellung der (problematischen) französischen Truppenbewegungen unter dem Herzog von Rohan in den Jahren von ca. 1636/37 (pp. 724-747), sowie ein Schreiben bündnerischer Abgesandter zu Baden an die Eidgenossen 1639 -- Fortunat Sprecher von Bernegg (Davos 1585-1647 Chur), ref., Jurist, Historiker, Politiker u. Staatsmann. "Sprechers Geschichte der Kriege und Unruhen ist die vollständigste zeitgenössische Darstellung der Bündner Wirren, von vorbildlicher Zuverlässigkeit, Unparteilichkeit und staatsmännischer Auffassung." (F. Pieth, Bündnergeschichte, 1945, p. 234; Feller/Bonjour, 2. A. 1979, p. 337 f.; H.-M. Schmid, in: Bedeutende Bündner, 1, 1970, pp. 130-134, bes. p. 132 f.) - Zum Waserschen Spruch von 1642/44, "der in der Verfassungsgeschichte des Zehngerichtenbundes immer einen Hauptplatz, gleich nach dem Bundesbrief, einnehmen wird" s. u.a. P. Gillardon, Zehngerichtenbund, 1936, pp. 187-194 ff., bes. p. 190 f.) - Sprecher schliesst mit den Einträgen: 'Der Verfasser wird krank', bzw. 'legt die Arbeit nieder', 'Und beschließt seine Geschichte' (pp. 710-714) -- Heinrich.
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