Lassen Sie sich gefangennehmen von der Welt der Bluttrinker, die so gefährlich, so erotisch und gleichzeitig so fesselnd in ihrer Einzigartigkeit ist.
Neunzehn mitreissende, bisher unveröffentlichte Vampir-Kurzgeschichten auf 204 Seiten, versprechen nicht nur Unterhaltung für Vampir-Liebhaber, sondern bieten für jeden Leser etwas Besonderes. Mystik, Liebe, Vergeltung, Hass, Romantik und Erotik – Spannung bis zur letzten Seite.
Diese aussergewöhnliche Kollektion beinhaltet Geschichten, die besinnlich und traurig; gedankenvoll und lustig sind.
Savah M. Webber entführt sie mit ihrem einzigartigen Schreibstil und ihrer Art des Erzählens, einmal mehr in ihre Welt der Vampire.
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Savah M. Webber lebt in Kalifornien, Los Angeles, zusammen mit ihrem Ehemann und ihren zwei Hunden.
"Nun sprich, Orrin. Was willst du anderer Qualen ertragen?"
Doch der Henker der Inquisition erhielt nur einen vernichtenden Blick des Gequaelten.
Warum sollst du leiden für deinen Herrn, der dich verriet? Er ist mit dem Teufel im Bunde, das wissen wir. Sprich, erleichtere deine Seele Finde Frieden."
Doch ein Gemisch aus Speichel und Blut traf die breite Brust, was Octavio, der Henker, mit einem Schlag der Peitsche beantwortete.
Vielleicht wird dich das Rad zur Besinnung bringen. Es hat schon viele Zungen geloest. Sicherlich wird es auch dir dabei helfen, deine Vergehen zu gestehen."
Und mit einem Nicken zu seinem Gehilfen, wandte er sich ab. Als er den Folterkeller verliess, hörte er Orrin qualvoll aufschreien.
Ich muss ihn zu einem Geständnis bringen. Orrin ist der Einzige, der nahe genug an des Teufels Diener, Lord Brandon, war. Nur seine Aussage wuerde Bestand in einer Anklage gegen diesen Ketzer haben, diesen Blutsauger.
Dennoch konnte Octavio nicht vermeiden, dass er sich unsicher umsah, als er durch die schmalen Zellengaenge ging. Seit sie Orrin hier unten gefangenhielten, fuehlte er sich nicht mehr so wohl in seiner Haut.
Hin und wieder konnte er hinter den eisernen Tueren Schluchzen und leisen Weinen hören, hin und wieder ein qualvoller Schrei.
Oh, er liebte seine Arbeit, ohne Frage. Wusste, wie wichtig sie für die Kirche und die Obrigkeit war.
Er fuehlte sich bedeutend, denn dies sagte man ihm auch bei jeder Gelegenheit.
Und nun wollte die Kirche einen ihrer groessten Widersacher aus dem Weg räumen.
Alles war schon bereit.
Es fehlten nur noch der Angeklagte und seine beschuldigende Aussage. Und es war eine Frage der Zeit, bis er diese bekommen wuerde.
Er hatte alle zum Sprechen gebracht.
Alle hatten ein Gestaendnis abgelegt.
Alle, ohne Ausnahme, bis auf .
Nein, daran wollte er jetzt nicht denken.
An diese stolze, wundervolle Frau, die unter seiner Folter starb. Die der Ruf vorausgeeilt war, Brandons Geliebte gewesen zu sein.
Nun gibt es sie nicht mehr.
Ihr geschundener Körper verfaulte in einem tiefen Loch, wo schon viele vor ihr den Weg hinein gefunden hatten. Sie haette es anders haben können. Doch zumindest hatte man alles versucht, ihre Zunge zu loesen.
Nicht einmal das Rattenloch, konnte sie zum sprechen bringen.
Er grinste, als er sich zurückerinnerte, an ihre schreckensgeweiteten Augen, als man diese junge Frau in diesem engen Kaefig in das Rattenloch hinunterliess. Unfaehig sich zu ruehren, in ihrem engen Kaefig nagten die Ratten an ihr.
Viele hatten dort unten ihren Verstand verloren sie verlor dabei ihr Leben. Der Teufel, dem sie sich verschrieben hatte, ermordete sie, damit sie ihn und seine weiteren Helfer nicht verraten konnte.
Aufstoehnend liess er sich auf einen wackeligen Hocker fallen, schenkte sich einen Becher von dem Roten ein, den ihm der Kardinal gebracht hatte.
Doch der Inhalt des Beutels neigte sich dem Ende, trug weiter zu seiner schlechten Laune bei.
Wie war ihr Name gewesen? Ja Mirana. Sie war wunderschoen. Ihr schwarzes, seidenes Haar ihr makelloser Koerper, weiche samtene Haut. So voller Waerme, so voller Lust. Sie haette es anders haben können , dachte er erneut abfaellig und zuckte dabei mit den Schultern.
Wieder klang ein Schrei vom Folterkeller herueber. Bedeutete Musik in seinen Ohren. Genuesslich lehnte er sich zurueck, schlürfte an seinem Becher, beobachtete eine Ratte, die an der Wand entlang huschte.
Selbst diese Nager scheinen Respekt und Ehrfurcht vor mir zu haben, grinste er.
Wieder ein qualvoller Schrei und er hob prostend seinen Becher.
Auf dein Wohl, Orrin", murmelte er und ein schmutziges Laecheln huschte über sein vernarbtes Gesicht.
Er lehnte an die feuchte Wand hinter sich, streckte seine staemmigen Beine davon, die in schweren Stiefeln steckten.
Ein Geschenk" eines anderen Gefangenen, der im Jenseits seinen Schoepfer auch schon lange getroffen hatte.
Der Becher war geleert und Octavio stand auf, ging in einen angrenzenden Folterkeller, der für bestimmte Verhoere reserviert war.
Sein Reich!
Sanft, fast zaertlich strich er ueber die Peitschen, die sauber aufgereiht an der Wand hingen, gab den Ketten einen leichten Stoss, das Klirren erfuellte ihn mit Wollust.
Liebevoll arrangierte er die Stricke und Ketten der Streckbank, fuhr dabei über die getrockneten Blutspuren auf dem Eichenholz.
Ein Blick glitt über die Käfige im Hintergrund des Raums, drei an der Zahl.
Alle leer, zu seinem Bedauern.
Wie still es in diesem Raum war. Doch bald wuerde er gefuellt sein mit dem Stoehnen und den Schreien des Lords, diesem Blutsauger, diesem Ketzer.
Nur das fluechtige Knistern der Fackeln war zu hoeren, wenn das heisse Pech immer wieder explodierte und zischend zu Boden tropfte.
Ein weiterer, grauenvoller Schrei drang von dem anderen Folterkeller herueber, was Octavio mit einem Laecheln bedachte.
Mein Folterknecht scheint Orrin eine sehr harte Zeit zu geben, dachte er genussvoll, doch gleich darauf versank er wieder in seine Traeume, endlich Lord Brandon auf diesem Streckbett oder in einem dieser Kaefige zu sehen.
Dabei hoerte er nicht das letzte Roecheln, das leise aus der Kehle seines Folterknechts entwich und er achtlos zu Boden fiel. Dessen Leben ausgeloescht, durch einen Gegner, der maechtiger war, als er selbst.
Octavio spuerte nicht, wie sich sein eigenes Leben unweigerlich dem Ende zu neigte. Die Sanduhr auslief. Niemand stoppte sein Schicksal, niemand zeigte Gnade
Die Tuer zu dem Folterkeller, in dem er weilte, seinen Wunschgedanken nachhing, oeffnete sich leise. Die gutgeoelten Gewinde der eisernen Tuer gaben geraeuschlos nach
Ein grossgewachsener Mann, dessen Augen gefuellt waren mit Hass und Vergeltung, betrat den Raum, sah kalt und abwertend auf die Gestalt des Henkers, der ihm den Ruecken zugekehrt hatte, immer noch arglos vor sich hintraeumte.
Der Mund des Mannes oeffnete sich leicht.
Weisse Faenge wurden sichtbar. Messerscharf und toedlich.
Doch er wuerde sich nicht an diesem Henker naehren, ihn damit aufwerten, zu mehr, als er zu Lebzeiten jemals gewesen war.
Gefangene, die unter diesem Henker gelitten hatten, betraten leise den Folterkeller, verhielten sich auf ein Zeichen des Blutsaugers ruhig.
Mehr und mehr fuellte sich der Raum des Schreckens, bis alle Gefangenen aus den Zellen befreit waren und ihren Weg hierher gefunden hatten
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