Beste Freunde, kapiert! - Hardcover

Endre L Eriksen

 
9783791528526: Beste Freunde, kapiert!

Synopsis

Ein Freund wie Terje - muss das sein? Terje ist dick, neu in der Klasse und bedroht alle, die ihn ärgern, mit seinem Pitbull. Deshalb will keiner etwas mit ihm zu tun haben, und das gilt auch für Jim. Aber irgendwie hat sich der Neue ausgerechnet ihn als "besten Freund" ausgesucht. Viel lieber wäre Jim mit den beiden coolen Jungs Kurt und Roger befreundet, auch wenn die auf keinen Fall erfahren dürfen, dass er noch mit Playmobil spielt. Als Jim jedoch entdeckt, dass auch Terje ein Geheimnis hat und sein Pitbull nur eine Erfindung ist, stellt er zu seinem Erstaunen fest, dass man sich sogar an einen Typen wie Terje gewöhnen kann!RezensionJim, der Ich-Erzähler, ist ein schmächtiger, gewiefter Neuntklässler, der im Unterschied zu Roger und Kurt, seinen Klassenkameraden, noch nichts von Mädchen wissen will. Am liebsten spielt er mit Playmobilfiguren in einem Bunker direkt am Meer. Hierhin zieht er sich zurück, wenn er seine Mutter nicht mehr aushält. Die verlässt die Wohnung nur unter grosser Anstrengung, ist krankgeschrieben und fürchtet alles, was von aussen kommt. Der Junge gibt sich Mühe, alle Störungen von ihr fernzuhalten. Er geht einkaufen – auch die Weihnachtsgeschenke an sich –, nimmt keine Freunde mit nach Hause und ist froh, im Bunker Ruhe vor allem zu haben. Bis Terje, Pitbull-Terje genannt, der Neue in der Klasse, ein übergewichtiger, aggressiver Junge, den Bunker entdeckt und für sich in Beschlag nimmt. Zwar helfen Kurt und Roger Jim bei der Rückeroberung, sie finden aber selber gefallen an diesem Ort und benutzen ihn fortan als Partyhöhle und Vergnügungsraum mit ihren Freundinnen zusammen. Ein fünftes Rad am Wagen können sie dabei nicht gebrauchen. Jetzt braucht Jim Terje zur Rückeroberung des Bunkers.Der norwegische Autor Erik Ende Lund erzählt in seinem ersten Jugendbuch eine intensive, schräge Freundschaftsgeschichte zwischen zwei Aussenseitern. Jim erkennt allmählich, dass hinter Terjes Pokerface ein verzweifelter Junge steckt, dem es zu Hause sogar noch schlechter geht als ihm. Er versucht mit Sarkasmus und Witz, sein Leben zu meistern, auch wenn seine Pläne immer wieder fehlschlagen. Aber gemeinsam lässt sich besser planen, und vielleicht finden ja Jims Mutter und Terjes Vater Gefallen aneinander.CHRISTINE TRESCHEin Buchtipp aus "weiterfliegen. Empfehlenswerte Kinder- und Jugendbücher", einem 2008 abgeschlossenen Projekt der Fachstelle für Gleichstellung der Stadt Zürich und des SIKJM. Die rezensierten Bücher zeichnen ein differenziertes Geschlechterbild und zeigen Mädchen und Buben frei von Rollenklischees.Rezension 2Jim ist in der Schule immer mit Kurt und Roger, den zwei coolsten Jungen der Klasse, zusammen und hält sie für seine besten Freunde. Dass sie ihn nur ausnutzen, um Zigaretten für sie zu besorgen, will er nicht wahrhaben, obwohl er die Situation glasklar Seine anhaltende Leidenschaft für Playmobil und seine Mutter, die vor Angst keinen Schritt aus dem Haus macht, behält er besser für sich. “Das passt nicht, wenn man mit Kurt und Roger befreundet ist.” Jim ist ein kluger Kopf, und er hat Humor. So, wie seine Mutter über ihre psychische Krankheit lacht, lacht er darüber, dass er noch nicht in der Pubertät ist.Knapp, witzig und beklemmend ist die Sprache, die der junge norwegische Autor Endre Lund Eriksen für seinen Ich-Erzähler Jim gefunden hat. Die kalte, dunkle Vorweihnachtszeit im Norden ist ein atmosphärisch starker Hintergrund für die anstrengende alltägliche Aufgabe Jims, das Schwere leicht zu nehmen.Was wäre wohl mit Jim passiert, wenn Pitbull-Terje nicht aufgetaucht wäre? Terje ist dick wie ein Sumoringer und beinahe so ängstlich wie Jims Mutter, doch davon lässt er sich nichts anmerken. Ständig droht er mit einem Kampfhund, den es nicht gibt. Dass es Jim nicht besser geht als ihm selbst, erfasst er auf einen Blick, also gibt er den Tarif “Beste Freunde, kapiert?” Bis die beiden wirklich beste Freunde werden, dauert es noch, und Eriksen spart nicht mit selbstironisch-schrägen Szenen aus dem heldenhaften Leben pubertierender Jungen auf dem Weg zum starken Mann. Das Buch endet mit einer wunderbar skurrilen Die beiden sitzen mit ihrem Playmobil unter dem Weihnachtsbaum und schmieden Pläne, wie sie Jims ängstliche Mutter und Terjes kolossalen, trinkenden Vater verkuppeln könnten.CHRISTINE LÖTSCHER

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