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8°. 2 Bll., 159 SS. Schriftsatz in 7-Punkt Antiqua. O(Interims-)Brosch. (braun; papierbedingt brüchig u. etwas knittrig; marginal etwas lädiert/rep., obere Ecke des Vorderdeckels abgebrochen, einige kleinere Randausbrüche, Rücken mit Papierband sauber repariert, Vorderdeckel-Innenseite mit Resten eines Exlibris). Alters- u. leichtere Gebrauchsspuren. Gesamthaft sauberes, sehr ordentliches Exemplar - - Barth 8024 - swissbib mit 20 Standorten - O. Marchi bzw. K. Bühlmann (Der erste, bzw. zweite Freischarenzug, 1971, bzw. 1985; unter Gedruckte Quellen; Marchi mit Vermerk 'geschrieben 1848') - Darstellung des zweiten Freischarenzuges, der Sekundärliteratur und den Formulierungen nach nicht aus teilnehmender, sondern mittelbarer Beobachtung entsprungen. - "Die vorliegenden Blätter werden hiemit ohne weitere Zuthaten den Subskribenten und einem weitern Publikum übergeben. Nicht eine zusammenhängende Geschichte der Freischaarenzüge ist es, die der Verfasser dieser Notizen schreiben wollte; auch keine absolut objektive Darstellung der Ereignisse konnte er geben, sondern Stimmungsbilder aus jener bewegten Zeit, Tagebuchblätter, geschrieben mitten im Drange der Parteikämpfe. Eine Menge im Manuskript vorhandener historischer und kritischer Bemerkungen musste weggelassen werden, um die Schrift nicht zu sehr anschwellen zu lassen." (Bl. 2, recto) -- Bernhard Zeerleder (Bern 1788-1862 Hüttwilen), ref., ab 1846 kath., von Bern. "Als fanatischer Gegner der revolutionären Ideen und der Radikalen schloss sich Zeerleder 1847 dem Sonderbund an, führte als Major ein Luzerner Landsturmbataillon gegen die eidg. Armee und wurde festgenommen. [.] In absentia wurde er von einem Militärgericht zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Nach der Amnestie kehrte der exzentrische Zeerleder 1849 auf das Thurgauer Schloss Steinegg zurück, das er 1814 erworben und wo er bis zu seinem Exil gelebt hatte, und verfasste historische Arbeiten." (HLS) -- "Die Freischarenzüge stehen in engstem Zusammenhang mit der Luzerner Jesuitenberufung. In zeitgenössischen liberalen Darstellungen wurden sie stets als direkte Folge dieses politischen Fehlgriffs der konservativen Regierung Luzerns dargestellt.? (O. Marchi, op. cit., p. 11). Diese Invasionsversuche waren eine dramatische Zuspitzung in einem Konflikt, der besonders zwischen den Ständen Luzern und Aargau schon seit mehreren Jahren schwelte und zu einer zunehmenden Konfessionalisierung führte. "Nachdem die aargauische Klosterfrage zu einer gesamtschweizerischen Angelegenheit geworden war, bestand die Gefahr, dass jeder neue Streit zwischen den beiden Nachbarkantonen sich ausweitete. Genau das ist nach 1844 geschehen, als Luzern als Reaktion auf die Aargauer Klosteraufhebung seine höheren Schulen den Jesuiten anvertraute [.]. Damit wurde der Konflikt zu einer bewaffneten Auseinandersetzung, vom Freischarenkrieg in den Jahren 1844-1845 zum offenen Krieg von 1847." (G. Andrey, in: B. Mesmer et al., Red., Geschichte der Schweiz - und der Schweizer, 2, 1983, pp. 273 ff., zit. p. 277). Der erste Freischarenzug fand im Dezember 1844, der zweite im März 1845 statt (ibid.) - Vgl. nebst Marchi u. Bühlmann, E. Bonjour, Das Schicksal des Sonderbundes, 1947; J. Schollenberger, Geschichte der Schweizerischen Politik 2, 1908, bes. pp. 308-316; in geraffter Form s. E. Bucher, Geschichte des Sonderbundskrieges, 1966, bes. pp. 13-37; Kurzfassungen geben u.a. P. Dürrenmatt, Schweizer Geschichte, 1963, pp. 489-ca. 499, sowie W. Oechsli in: Feldmann/Wirz, Red., Schweizer Kriegsgeschichte, Heft 10, 1917, pp. 19-24, und E. Bonjour, Geschichte der Schweiz im 19. und 20. Jahrhundert, 1937, pp. 128-131. - Sprache: de. Seller Inventory # H011011
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