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8°. 18 SS. ORücken-Brosch. Seiten unterschiedlich (stock-) fleckig (Aussenseiten mehr). Alters- u. Lagerungs-, weniger eigentliche Gebrauchsspuren. Gesamthaft recht ordentliches Exempla.r - - Barth 7911 - swisscovery mit 5 Standorten (davon 2 LU) - "Kaum war unser traurige Bürgerkrieg [sic] vorüber; und kaum waren unsere obersten Landesbehörden wieder hergestellt : so ersuchte die hohe Regierung, vom hohen Großen Rathe beauftragt, unseren Hochw. Bischof, in Hinsicht sowohl der jüngsten Vergangenheit, als der Gegenwart und Zukunft, ein allgemeines Dank-, Versöhnungs- und Bittfest für den Kanton Luzern anzuordnen." (p. 3) - Für die politische Kultur und die ersten Ansätze von Befriedung und Aussöhnung nach dem Sonderbundskrieg aufschlussreiches Zeitdokument. Zum Ausdruck gebracht werden die grosse Erleichterung über den relativ glimpflich verlaufenen Bürgerkrieg, die Hoffnung auf 'gute Politiker' und eine friedlichere Zukunft : "I. Danken sollen wir also heute dem lieben Gott - und wofür? und II. Versöhnen sollen wir uns heute mit unsern Mitbrüdern - und warum? und III. Bitten sollen wir heute zum Herrn - und um was? Die Antworten auf diese drei Fragen bilden drei Punkte unserer gegenwärtigen Betrachtung." (p. 4) - Das Bestreben nach einer für alle Parteien akzeptablen Konsensfindung beschreibt u.a. E. Bonjour in seinen Betrachtungen zum Prozess der Gestaltung von Bundesstaat und Bundesverfassung: "Diese machtvoll drängenden Tendenzen des Radikalismus in der Bundesverfassung zu gebändigtem Ausdruck gebracht zu haben, war das Verdienst einsichtsvoller Männer [.]. [.] Es bleibt denkwürdig und gereicht der Einsicht einer Gruppe von Radikalen zur höchsten Ehre, wie sie sich den Blick klärten für das, was der erschütterten und gespaltenen Eidgenossenschaft nottat." (Gründung d. Schweiz. Bundesstaates, 1948, p. 157 u. 158). Ähnlich, wenn auch mit Hinweisen auf das politische Kalkül, lobt Ed. Fueter diese moderate Haltung : "Die Schweiz darf auf wenige Momente ihrer Geschichte mit solcher Befriedigung zurückblicken wie auf die Errichtung des neuen Bundesstaates im Jahre 1848. Selbst die Gegner der freisinnigen Partei haben damals und später offen anerkannt, dass die Konstitution des Jahres 1848 von dem 'Geiste echter Billigkeit und staatsmännischer Mässigung' getragen sei." (Die Schweiz seit 1848, 1928, p. 37) - Dass damit aber nicht eine permanente und widerspruchsfreie Idylle geschaffen wurde, zeigen die anhaltenden konfessionellen Streitigkeiten einerseits, und die früh einsetzenden politischen Diskussionen, die zur Verfassungsrevision von 1874 führten, andererseits: Die "ersten vier Jahrzehnte des Bundesstaates erlebten einen Konfessionskampf, der demjenigen des 16. Jahrhunderts zeitweise nur durch minder gewalttätige Formen [.], aber kaum an innerer Verbissenheit nachstand." (P. Stadler, Der Kulturkampf in der Schweiz, 1984, p. 7; vgl. Th. Maissen, Vom Sonderbund zum Bundesstaat, 1998, pp. 284-302; Ed. Fueter, bes. pp. 111-128). -- Joseph Winkler (1809-1886), von Richensee LU, Schulherr in Beromünster 1835, Professor der Theologie, Chorherr, bischöflicher Kommissar, theologischer Schriftsteller (HBLS; vgl. J. Wallimann-Huber, Bio-Bibliographie des Michelsamtes, 1939, p. 324). - Sprache: de. Seller Inventory # H110456
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