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Kl.-8°. 31 SS. Schriftsatz in 7-Punkt Fraktur. OBrosch. (Vorderdeckel etwas angestaubt/angeschmutzt, min. beschabt). Erste 2 Bll. unaufgeschnitten. Leichtere Alters- u. Lagerungs-, wenig eigentliche Gebrauchsspuren. Gesamthaft weitestgehend sauberes, recht gutes Exemplar - - Barth 32510 - Professbuch Nr. 429 (Moser)/Bibliographie Nr. 66 - swissbib mit 6 Standorten - "Der Herr Verfasser muß bei dem gelehrten, und an das reine Deutsche gewöhnten Publikum einige populäre Redensarten damit entschuldigen,daß diese bei der Versammlung, zu welcher er redete, gerade das sagten, was gesagt werden mußte, und was in gereinigter Sprache wenigst so eingreifend, nicht hätte gesagt werden können" (p. 3) - P. Isidors propagierende Rede ist in drei Teile gegliedert : 1. Nutzen der Armenanstalt (pp. 8-14; der Redner hofft, dass so die Bettelei mit all ihren Nebenerscheinungen zumindest unter Kontrolle gebracht werden kann: "Sie wird die landfahrenden Bettler in solche Schranken bringen, daß ihr böser Einfluß wird aufhören müßen", p. 8); 2. die Anstalt wird den caritativen Geist beflügeln (pp. 14-21; "Ja! in weitem Umfange wird die Anstalt für die Armen das zu erzwecken suchen, was es heißt: Thue das Gute", p. 14); 3. Diskussion kritischer Einwände (pp. 21-30; Beeinträchtigung der Spendebereitschaft, Bettelverbot, Finanzierung, Realisierbarkeit) - Pfarrer Moser gibt sich zuversichtlich: "Nach und nach wird des Elendes weniger werden, der Aufwand wird sich vermindern, die Beiträge werden sich vermehren, der Hang zum Betteln wird sich verlieren, vieles, wenn der Anfang gemacht ist, wird sich leichter geben [.], wenn alles Thätigkeit, Witz, Entschlossenheit, und Biedernheit vereiniget, ja so läßt sich hoffen, daß das Werk Dauer und Festigkeit [.] haben werde. [.] Haltet also [.] das Allmosen in Bereitschaft so, daß es als eine reichliche Beisteuer, nicht als eine Kargheit angesehen werden müße. Denn wer sparsam aussäet, wird auch sparsam einärndten" (p. 30 f.). -- P. Isidor Moser (1739-1828) von Rheinau. Profess 1759, Priester 1762, u.v.a. Pfarrer von Einsiedeln 1774-1782, 1787-89, u. 1803-1811, 1807 Gründer der Armenanstalt in Einsiedeln (HLS). "Er machte sich im besondern verdient [.] um die Hebung des Schulwesens in Einsiedeln. [.] Ebensosehr nahm er sich der Armen und der Kranken an [.]. [.] Der Biograph P. Isidors, P. Odilo Ringholz, charakterisiert P. Isidor wie folgt: '[.] P. Isidor war selbstlos im höchsten Grade, lebte fast nur für seine Mitmenschen, vorzüglich für seine Pfarrkinder, denen er alles geworden ist, und hatte das weichste, wärmste Herz für die Kleinen, Schwachen, Armen und Leidenden, eine wahrhaft mütterlich Liebe.' (etc.)." (PB Nr. 429) - "Bevölkerungswachstum und der Strukturwandel in Landwirtschaft und Industrie brachten in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts. v.a. den ländlichen Gebieten [.] Massenarmut, die [.] ihre Ursache wesentlich in fehlenden Erwerbsmöglichkeiten der ländlichen Unterschichten hatte. In dieser Phase des Pauperismus [.] setzte eine intensive öffentliche Debatte über Ursachen und Bekämpfung der Armut ein, die von Moralismus und Schuldzuweisung an die Betroffenen dominiert war und zu einer repressiven Haltung gegenüber den sog. unwürdigen Armen (Bettelnde, Fahrende, Heimatlose) führte. Eine rege gesetzgeberische Tätigkeit der Kantone schwankte zwischen Repression (Bettelverbote, Einsperrung in Armenhäuser, Heiratsbeschränkungen, Ehrverlust), Versuchen zu rationellerer Ausgestaltung traditioneller Unterstützungsformen [.] und Innovationen [.]." (etc.; HLS, Armut) - Sprache: de. Seller Inventory # CHSZ031820
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