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Leipzig, Druck und Verlag von Breitkopf und Haertel, 1857, 4°, VIII, 121, (1) pp., mit 5 lith. Tafeln mit 11 feinenen Abbildungen, feiner Pappband im Stil d.Zt; etwas gebräunt. Selten - Erstdruck dieser wichtigen Monographie von Friedrich Heinrich Bidder (1810-1894) & Carl Wilhelm Kupffer (1829-1902). "1844 beschreibt HANNOVER die Ausläufer der Ependymzellen; er hält sie aber der damaligen Anschauung entsprechend für Nervenzellfortsätze. Noch 1846 gliedert STILLING in seiner ausführlichen, für die Kenntnis der nervösen Zentralorgane grundlegenden Arbeit das Gewebe derselben in Nervenkörper und Fasern. Er unterscheidet "große und mittelgroße Spinalkörper" und als dritte Gattung eine feinkörnige Masse, die die "Ur- und Grundmasse der grauen Substanz" bildet. Die "Nervenkörper" der Substantia gelatinosa des Rückenmarks sind "kugelförmig ohne Fortsätze" (STILLING, 1843a, b, 1846). Außerdem besteht diese Substanz aus "grauen Nervenröhren", deren "longitudinale Anordnung" ihr das glänzende gallertartige Aussehen verleiht. Letzten Endes aber stellt STILLING fest, daß alle Elemente der Zentralorgane einschließlich der Epithelzellen des Zentralkanals "nervös" seien. In den folgenden Jahrzehnten wurde die STILLINGsche Lehre erst allmählich durch die Entdeckung VIRCHOWS überwunden, insbesondere dadurch, daß verschiedene Forscher neue Beweise für das Vorhandensein einer nicht erregungsleitenden Zwischensubstanz im Zentralnervensystem erbrachten. Vor allem BIDDER und seine Schüler widmeten sich dieser Aufgabe. OWSJANNIKOW (1854) untersuchte das Rückenmark der Fische, METZLER (1855) das Vogelrückenmark; schließlich nahmen BIDDER und v. KUPFFER (1857) in einer gemeinsamen Untersuchung über das Rückenmark der Säuger zum Problem der "Zwischensubstanz" des Zentralnervensystems Stellung. Von diesen Autoren wurde die Neuroglia als eine "indifferente, stützende und ausfüllende Substanz" beschrieben, die neben den bindegewebigen Fortsätzen der Pia mater existiert; sie enthält Fasern, die nicht mit den Nervenfasern Zusammenhängen, kleine Zellen mit wenigen Fortsätzen und eine formlose Masse "gleich einem Schwamm", in die die hüllenlosen Nervenfasern eingelagert sind. VON KOELLIKER hatte schon 1855 als erster im Gegensatz zu VIRCHOW gefunden, daß die Zellen der Zwischensubstanz, die er als "sternförmige Bindegewebskörperchen" bezeichnete, Fortsätze besitzen (vgl. v. KOELLIKER. 1896, S. 147). Aus diesem Befund, der von BIDDER und v. KUPFFER bestätigt wurde, ergaben sich neue Fragestellungen, die sich auf die Unterschiede zwischen den Zellen des --------nervösen Gewebes und des "echten" Bindegewebes einerseits und den sternförmigen Zellen der Zwischensubstanz andererseits erstreckten, weiterhin auf die Beziehungen dieser Zellen zueinander und zu den schon von VIRCHOW beschriebenen Fasern. Wie schwierig mit der damaligen Methodik die Unterscheidung zwischen dem erregungsleitenden Gewebe und der Zwischensubstanz war, geht deutlich aus den Befunden BIDDERS und v. KUPFFERS (S.O.) hervor. Diese zählten im Rückenmark zur Neuroglia alle Zellen der Hinterhörner, die graue Commissur und alle Zellen der Substantia gelatinosa; außerdem wiesen sie das Vorkommen der Glia auch in der weißen Substanz "zwischen den Nervenröhren" nach. Die extrem gegensätzlichen Anschauungen von STILLING einerseits und von BIDDER und v. KUPFFER andererseits wurden von v. KOELLIKER, der nun den VIRCHOWschen Begriff Neuroglia aufgriff und einführte, korrigiert. Er konnte in seiner Gewebelehre 1867 berichtigend feststellen, daß im menschlichen Rückenmark die graue Substanz der Hinterhörner "echte Nervenzellen" und die graue Commissur Nervenfasern enthält. Er wies 1867 weiterhin nach, daß die spezifische Zwischensubstanz in der "weißen Oberfläche" des verlängerten Markes und der Brücke vorkommt, ähnlich wie SCHULTZE (1859), der ihr Vorhandensein in der Rinde des Großhirns und in der Retina bestätigte. Bemerkenswert ist eine Feststellung v. KOELLIKERS (1867), daß .
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