Language: German
Published by Leitmeritz, 1870
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Manuscript / Paper Collectible First Edition Signed
Zwei frühe Postkarten von 1870 aus Leitmeritz (Böhmen). Die ersten offiziellen Postkarten wurden 1869 versendet. Litom??ice (deutsch: Leitmeritz) ist eine Stadt im Okres Litom??ice in Tschechien. Gerichtet an den österreichischen Journalisten und politischen Agenten Emil Pindter (1836-1897), Redakteur der "Norddeutschen Allgemeinen Zeitung", bzw. an seine Ehefrau Adalbertha "Berty" Pindter, geb. Jahnel (1847-1928). Geschrieben von einer Verwandten, die sich "die alte Eule" nennt. --- Es handelt sich eventuell um die Ehefrau (oder Stiefmutter?) des Lehrers Rudolf Pindter (geb. am 8. Juni 1842 in Ungarisch Hradisch / Mähren, gest. am 2. August 1909), der 1872 von Leitmeritz nach Ober-Hollabrunn versetzt wurde, da sie in der ersten Karte schreibt: "Rudolf ist Freitag NM abgefahren." --- Rudolf Pindter wurde später Professor bzw. Schuldirektor in Wien und Linz; er verfasste auch einige Werke. Er war wohl ein Bruder von Emil Pindter. 1.) Karte mit Poststempel vom 20. Juni 1870, gerichtet an Emil Pindter im Jagdschlösschen Eichwald bei Teplitz, wo er sich sicherlich zur Kur befand. Transkription: "Lieber Emil! Deinen Brief erhalten. Das Wetter ist schön, somit befindest Du Dich gut - auch wir. Papa geht spatzieren, versichert mich täglich, wie sehr er sich freut, Dich u. Berty zu sehen, u. hauptsächlich die Kinder, bitte sagt mir nur noch, wann wir Euch erwarten sollen, ob früh ob Abends. Rudolf ist Freitag NM abgefahren. Alle grüßen Alle. Die alte Eule." 2.) Karte mit Poststempel vom 23. Juni 1870, gerichtet an Berty Pindter in Aussig, die sich dort bei ihrem Vater, dem Bezirksadjutanten Anton Jahnel (1811-1880), aufhielt. Transkription: "Liebe Berty! Heute von Emil Brief bekommen. - Wir hoffen, das bei Euch kein Hinderniß vorkommt, bei uns findet Ihr Arme u. Herzen offen. Freuen uns sehr. - Wundern uns über Emil, eine solche tour zu Euch zu machen - kann höchstens einige Centimeter im Umfang kosten u. das schadet der Schönheit nichts. Lebet indes wohl. Also baldiges Wiedersehn die alte Eule. Alle grüßen Alle." 2-Kreuzer-Ganzsachen (Correspondenz-Karten) im Kleinformat 8,5 x 12,3 cm. Zustand: Etwas stärker fleckig und berieben; die erste Karte mit Eckknicken. Über Emil Pindter (Quelle: wikipedia & NDB): Emil Friedrich von Pindter (* 19. Dezember 1836 in Ungarisch Hradisch; gest. 28. August 1897 in Berlin-Charlottenburg) war ein österreichischer Journalist und Agent. Leben: Ab 1865 war er politischer Informant im Dienst des österreichischen Ministerpräsidenten in Berlin. 1865 trat er in die Redaktion der ?Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" ein. Ab 1866 war er stellvertretender und von 1872 bis 1894 Chefredakteur. 1872 wurde er preußischer Staatsangehöriger. Er starb 1897 und wurde auf dem Friedhof der St.-Matthias-Gemeinde (Berlin-Tempelhof) beigesetzt. Schriften (Auswahl) Der Feldzug von 1859. Das Vorspiel zu den Ereignissen von 1866 bis 1870. Berlin 1871. Pindter, Emil Johann Alois Friedrich, politischer Journalist und Agent, * 19.12.1836 Ungarisch-Hradisch (Mähren), gest. 28.8.1897 Berlin-Charlottenburg. Genealogie: Fam. väterlicherseits Bauern, Handwerker u. Soldaten, mütterlicherseits Kaufleute u. Fabrikanten. - V Joseph Michael (1792-1871), k. k. Finanzwachoberkommissar; M Franziska Lucke (1812-42); 1867 Adalbertha (1847-1928), aus Altstadt b. Neuhaus (Böhmen), T d. k. k. Bez.kommissärs Anton Jahnel (1811-80) u. d. Adalbertha Pospischil (1820-86), Cousine d. FM Franz Gf. Conrad v. Hötzendorf (1852-1925, s. NDB III); 4 S Ludwig (1868-1912), Dr. iur., Kriegsger.rat, Wilhelm (1869-1930), Kapitän z. See, Karl (1873-1910), Hptm., Erich (1875-1945), Bankdir., 2 T. Biographie: Seit 1865 arbeitete P. in Berlin für österr. Zeitungen und trat am 24. August als österr. Agent in die Redaktion der 1861 von August Braß gegründeten offiziösen (preuß.) ?Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" (NAZ) ein; 1866 wurde er zum stellv. und am 30.9.1872 zum Chefredakteur ernannt. Im selben Jahr erhielt er die preuß. Staatsbürgerschaft.