4 SS. auf Doppelblatt. 8vo. An eine Dame, wohl die Gattin des Museumsdirektors, Regierungsrats und Schriftstellers August Schricker (18381912): Durch Herrn Dr. Weizsäcker, der vor einigen Tagen hier war, hörte ich bereits daß Sie die Absicht haben von den Platten Ihres Sohnes neue Abzüge herstellen zu lassen und daß es Ihr Wunsch ist, dieselben unter meiner Aufsicht gedruckt zu wissen. Ich entspreche sehr gerne Ihrer Bitte und will Alles thuen was nothwendig ist um den herzustellenden Drucken diese Vollkommenheit zu sichern, welche den ersten Abzügen eigen ist. Die Wünsche Ihres Sohnes glaube ich [.] vollständig zu kennen; denn mehr als einmal äußerte er sich mündlich + schriftlich über die beste Druckweise seiner Platten [.] Ich kann diese Zeilen nicht beschließen, ohne Ihnen[,] hoch geehrte Frau[,] mein innigstes Beileid auszudrücken anläßlich des großen Verlustes, der Sie betroffen. Wohl ist ein Jahr vergangen seit dem Heimgange meines theuren Freundes, aber die Erinnerung ist mir noch eine so rege als hätte ich vor Tagen die erschütternde Nachricht bekommen. Ich kann wohl sagen, daß ich mit Ihrem Sohne den aufrichtigsten Freund, den ich je besessen, verloren [.]". Halm studierte bei Ludwig von Löfftz und J. L. Raab an der Kunstakademie München und schuf in der Tradition Raabs zuerst Reproduktionsgraphik und erreichte eine besondere Meisterschaft in der Umsetzung farbiger, gemalter Vorlagen in das Schwarz-Weiß des Kupferstichs, später der Radierung. Seit 1887 entstanden zahlreiche Originalradierungen, Landschaften, Architekturen, Interieurs und Portraits, u. a. das Bildnis der Eltern" (DBE). 1895 wurde er Nachfolger Raabs und 1900 Professor (als Nachfolger von Gysis) an der Münchner Akademie, wo er eine große Zahl von Graphikern herangebildet hat; auf seine Anregung hin wurde 1892 der Münchener Radierverein gegründet. Die Recto-Seite von Bl. 1 mit 3 durchstrichenen Zeilen von fremder Hand.
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0. *** In kleiner Auflage von 110 (100?) Stück erschienen (Ex. 82), links unten gekennzeichnet. *** Ausgerahmtes Blatt. An den Rändern etwas gebräunt bzw. gewellt, zwei kleine Einrisse hinterlegt, rückseitig Montagereste und handschriftliche Beschriftung. Sprache: Deutschu.