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    Zeitgenössische Mappe mit marmoriertem Papier überzogen und handschriftlichem Titelschild Kupferstecher und Insectenmaler Müller in Hanau. Blatt-Maße je ca. 32 x 22 cm; die Aquarelle von ca. 0,5 x 1 cm bis 13 x 11 cm. - Mappe etwa berieben; Tafeln sehr gut erhalten. Bei der vorliegenden Sammlung von Aquarellen handelt es sich wohl um das Hauptwerk des Hanauer Malers und Kupferstechers Johann Jacob Müller. Ein Großteil von ihnen sind Vorzeichnungen für die Tafeln in Johann Andreas Benignus Bergsträßers Werk: Nomenclatur und Beschreibung der Insecten in der Grafschaft Hanau-Münzenberg. (Hanau, 1778-1780) sowie der Mehrzahl der Tafeln seiner Icones papilionum diurnorum quotquot adhuc in Europa occurrunt descriptae (Hannover, 1779-1781). Bei letzterem stimmen sogar die jeweiligen Nummerierungen der einzelnen Exponate auf den Tafeln überein. Des weiteren enthält die Handschrift auch Zeichnungen zu J.L. Christs Hymenoptera (Frankfurt, 1791). Die Sammlung beinhaltet zudem Zeichnungen, die nicht bei Bergsträßer und Christ abgebildet und beschrieben sind. Bergsträßers Nomenclatur ist eines der seltensten Werke über die Insekten der Wetterau, vollständige Exemplare sind nahezu unauffindbar. Seine Icones sind ebenfalls äusserst selten. Auch die Hymenoptera von Christ, welches die erste Monographie zu dieser Insektengrupper überhaupt darstellt, ist heute äusserst selten. Vorliegende Handschrift beinhaltet die originalen Vorzeichnungen zu mindestens drei überaus seltenen antiquarischen Büchern über Insekten und Schmetterlinge und ist somit nicht nur von antiquarischem und künstlerischem Wert, sondern auch von hohem naturwissenschaftlichem Interesse. Müller war zu seiner Zeit bekannt für seine detailgetreuen und minutiös ausgeführten Darstellungen von Insekten. Die Ausführung der vorliegenden Zeichnungen ist durchweg auf höchstem künstlerischem Niveau. Alle Abbildungen sind, wie bei Bergsträßer, mit kleinen Nummern versehen. Der dazugehörige Text ist jedoch nicht mehr vorhanden. Bei den in Bergsträßer's Nomenclatur gedruckten Abbildungen stimmen die Anordnung und Nummerierung nicht mit den vorliegenden Tafeln überein. Oft sind zwar dieselben Spezies einer Tafel auch bei Bergsträßer's Nomenclatur auf einer Tafel wiedergegeben, aber in einer anderen Anordnung und mit anderer Nummerierung, meistens auch spiegelverkehrt. Bei den Tafeln zu den "Icones" stimmen sowohl Anzahl als auch Art der Spezies der jeweiligen Tafeln mit den Tafeln vorliegender Handschrift überein, nur sind die Zeichnungen stets spiegelverkehrt zum Druck. -- Die Mehrzahl der Tafeln sind zu 4 Blatt zusammengeheftet (mit je 2-3 Aquarell-Tafeln). Offenbar wurden einige dieser Lagen auseinandergeschnitten und einzelne Tafeln der Sammlung entnommen, da 22 Tafeln als lose Einzelblätter beiliegen. Die Sammlung beinhaltet insgesamt 494 Zeichnungen von Schmetterlingen und deren Raupen sowie 101 Zeichnungen von anderen Insekten wie Wespen, Bienen, Hummeln und Käfer. Johann Jakob Müller war Maler und Kupferstecher in Hanau. Er wurde 1743 geboren und erlernte zunächst bei seinem Vater das Kupferschmiedehandwerk. Später schuf er geographische Karten und Ansichten von Hanau und der Wetterau. Sein Hauptinteresse galt jedoch dem Studium der Natur. So veröffentlichte er mehrere Abhandlungen über Botanik und Pflanzenkunde wie z.B. Anweisung zu dem einträglichen Anbau der Erdmandel. Frankfurt, 1800. (2. Umgearb. Auflage das. 1802) und Von dem Anbau und Nutzen der syrischen Asklepie, Schwalbenwurz, oder Seidenpflanze Asclepias Syriaca, Linn. Frankfurt, 1802. Er schuf die Mehrzahl der Kupfertafeln in Bergsträßers Nomenclatur und Beschreibung der Insecten in der Grafschaft Hanau-Münzenberg wie auch der Wetterau und der angränzenden Nachbarschaft dies- und jenseits des Mains. Im Jahre 1781 kündigten Bergsträßer und Müller in den Gothaischen Gelehrten Zeitungen (49. Stück) ein Werk mit dem Titel Ergänzungen des Roeselschen Insectenwercks an, welche in jährlich 2-3 Heften mit je 6 Tafeln erscheinen sollten. Bergsträßer sollte für den Text und Müller für die Tafeln verantwortlich sein. Von dem Werk erschien aber nur die erste Lieferung mit 6 Tafeln. Naturwissenschaftliche Vorlagenzeichnungen des 18. Jahrhunderts sind sehr selten. Bei den vorliegenden Zeichnungen dürfte es sich zudem um eine in sich geschlossene Sammlung über die Insekten der Wetterau handeln, deren Wert dadurch auch von großem wissenschaftlichem Intersse ist. Ein Museumsstück. Literatur: Johann Georg Meusel Teutsches Künstlerlexikon. Lemgo, 1809. Bd. 2; S. 73/74; Thieme-Becker Bd. 25, S. 237; G.B. Schmiedlein Vollständiger Lehrbegriff der Entomologie. Band 1. Leipzig, 1795. S. 28; Johann Andreas Benignus Bergsträßer Nomenclatur und Beschreibung der Insecten in der Grafschaft Hanau-Münzenberg. Hanau, 1778-1780; Johann Ludwig Christ Naturgeschichte, Klassification und Nomenclatur der Insekten vom Bienen-, Wespen- und Ameisengeschlecht. Als der fünften Klasse fünfte Ordnung des Linneischen Natursystems von den Insekten : Hymenoptera ; mit häutigen Flügeln. Frankfurt, Hermann, 1791; Johann Andreas Benignus Bergsträsser Icones papilionum diurnorum quotquot adhuc in Europa occurrunt descriptae. 3 Teile. Hannover, 1779-1781. ________________________________________________________________________ ______ Collection of 595 watercolor drawings of butterflies and other insects of the Wetterau area in Germany. Contemporary portfolio covered with marbled paper and handwritten title plate Kupferstecher und Insektenmaler Müller aus Hanau. Sheet dimensions approx. 32 x 22 cm each; the watercolors from approx. 0.5 x 1 cm to 13 x 11 cm. folder slightly rubbed; Very well preserved plates and drawings. The present collection of watercolors is probably the main work of the Hanau painter and engraver Johann Jacob Müller. The majority of them are sketches for the plates in Johann Andreas Benignus Bergsträßers work: Nomenclatur und Beschreibung der Insecten in der Grafschaft Hanau-Münzenberg wie auch der Wetterau und de.