Published by Viennae, Sumptibus Friderici Volke librarii / Wien, Friedrich Volke 1825 -, 1825
Seller: Franz Kühne Antiquariat und Kunsthandel, Affoltern am Albis, Switzerland
8° (19.7 x 12.7 x 2.3 cm). 1 Bl., 334 SS. Schriftsatz in 7-Punkt (OTexte), bzw. 5-Punkt Antiqua (Fussnoten), Druck a. leichtem Bütten. Bibliophiler Ldr.-Handeinband (Schulpreiseinband ev. um/nach 1842; wenig fleckig, Ecken etwas bestossen) mit 2 Rückenschildchen (rot u. blau), ovale vergold. Deckelmedaillons (Supralibros, recto gepr., verso wohl nachträglich mont.), vergold. Deckelbordüren u. Rückendekor, alls. Goldschnitt. Seiten durchgehend marginal unterschiedlich stockfleckig. Etwas Alters- u. leichtere Gebrauchsspuren, Besitzervermerke a. 2. fl.Bl. Gesamthaft attraktives, recht gutes Exemplar aus schulhistorisch ungewöhnlichem Kontext. - - Digitalis. in ÖNB - INHALT : I. Satyrarum sive Sermonum Liber I.1-10 [v. tot. 20], resp. Lib. II.1-8 (Lib. II cpl.; Satiren zus. pp. 1-163), II. Epistolarum (Briefe) Liber I.1-20, resp. II.1-2 (Epist. cpl.; pp. 164-291), III. Epistola ad Pisones (Ars poetica, Von der Dichtkunst; pp. 292-334) -- "Ähnlich wie Vergil zu Homer, so verhält sich Quintus Horatius Flaccus [65-8 v. Chr.] zu den Lyrikern und Didaktikern der Griechen. Er ist ihr Schüler, in vielem ihr Nachahmer, und dennoch wieder in Stoff und Form, Stimmung und Charakter eine durchaus selbständige, echt römische Dichterindividualität, welche die poetische Thätigkeit Vergils in schönster Weise ergänzte. [.] Eine herzliche Freundschaft verband sie ihr Leben lang." (A. Baumgartner S.J., Gesch. d. Weltliteratur, 3, 1900, p. 437; zu den Satiren p. 440 ff., Briefe p. 454 ff.) -- Supralibros (nicht bei Wegmann): 'Diligentiae et virtuti' (recto) und 'Collegium Borromäum' (verso) - Aufwendiger klassizistischer Schulpreis-Einband mit (anachronistischer) Zuordnung zum ursprüngl. 1579 in Mailand eröffneten Priesterseminar 'Helvetisches Kollegium' (Collegium Helveticum). Dieses "war ein in der Katholischen Reform gegründetes Priesterseminar für die kath. Eidgenossenschaft, Graubünden, das Wallis und deren Untertanengebiete. Es wurde im 19. Jh. nach seinem Organisator und ersten Administrator Karl Borromäus auch Collegium Borromaeum genannt. [.] Die häusliche Leitung hatte die von Karl Borromäus gegründete Kongregation der Oblaten des hl. Ambrosius inne. Die Vorlesungen erteilten zuerst Jesuiten, bis die Oblaten auch die Schule übernahmen." (etc.; HLS, Collegium Helveticum) - 1786 wurde das Kollegiumsgebäude von Kaiser Joseph II. beschlagnahmt [.]; 1797 folgte die endgültige Aufhebung des Instituts durch Napoleon Bonaparte. "1842 konnten die alten Rechte teilweise wieder hergestellt werden, indem Österreich sich vertraglich verpflichtete, den Schweizer Katholiken fortan 24 von Österreich finanzierte Freiplätze am erzbischöflichen Seminar von Mailand zur Verfügung zu stellen. Nach dem Ende der österr. Herrschaft in der Lombardei wurde die Verpflichtung 1860 vom sardinischen Staat und später von der italienischen Regierung wahrgenommen." (HLS) - Das ehem. Herzogtum Mailand gehörte seit 1714 zu Österreich, und sowohl diese besondere Horaz-Ausgabe als auch die Seminaristen- od. Studentennamen 'S. Haidacher' u. 'Martin Bökl' deuten auf einen primär österr. Gebrauch hin. Zudem scheint denkbar, dass die Bezeichnung 'Collegium Borromaeum' - dem Ursprung nach eine Schweizer Institution - dem unter österr. Aegide stehenden Mailänder bischöfl. Seminar zumindest nach 1842 aus einer gewissen Tradition und wohl eher inoffiziell zugeschrieben wurde. Dennoch bleibt das entspr. Supralibros grundsätzlich erklärungsbedürftig. -- Bernhard Schwindl od. Schwindel (Neudörfl Bgld., ehem. Ungarn 1787-1856 Wien), OCist. Theologe, 1808 Profess (Zisterzienser), 1810 Priester. 1810-1830 Lehrtätigkeit am Ordensgymnasium im Neukloster. 1839 Abt des Zisterzienserstifts Neukloster in Wiener Neustadt, 1847 Ehrenbürger der Stadtgemeinde Wr. Neustadt, "Mitglied einer großen Zahl wissenschaftlicher, gemeinnütziger und wohltätiger Vereine. [.] Er war eine vielseitig gebildete und anerkannte Lehrerpersönlichkeit, ein großer Förderer der humanistischen Studien und der Profanwissenschaften." (ÖBL). - Sprache: la.