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Konstanze (bzw. Constantine, Constantia) Gräfin Thürheim, Schwester von Lulu von Thürheim, heiratete 1816 den russischen Fürsten Andrej Kyrillowitsch (Andreas) Rasumofsky (1752-1836), dessen Vater der letzte Hetman der Ukraine war. Der Diplomat, Musikmäzen und Kunstsammler war von 1792 bis 1807 als Gesandter am Wiener Hof, wo er bei der Teilung Polens und in den Koalitionskriegen eine bedeutende diplomatische Rolle spielte. Er ließ sich nun dauerhaft in Wien nieder und war 1814 russischer Delegierter beim Wiener Kongress. Am 31. Dezember 1814 brannte das von ihm erbaute prachtvolle Palais im 3. Wiener Gemeindebezirk zum Teil nieder, wobei bedeutende Kunstschätze verlorengingen. Besondere Bedeutung gewann er für das Wiener Musikleben als Gönner von Beethoven, der ihm drei Streichquartette (Opus 59, Nr. 1, Nr. 2 und Nr. 3) und die 5. und 6. Symphonie widmete. 1808 bis 1816 unterhielt er das erste professionelle Streichquartett, das erstmals in Wien öffentliche Konzerte veranstaltete; auch war er mit Joseph Haydn und Wolfgang Amadeus Mozart befreundet. Die Memoiren ihrer Schwester Lulu Gräfin Thürheim (Mein Leben. Erinnerungen aus Österreichs großer Welt 1788-1852, 4 Bde., 1913-14) sind ein bedeutendes kultur- und geistesgeschichtliches Dokument aus der Zeit der alten Donaumonarchie. - Der Empfänger der auf Französisch abgefassten Briefe ist Jacques (Jacob) Mislin (1807-1878). Der aus ärmlichen Verhältnissen stammende Mislin konnte dank seines Onkels an der berühmten Lehranstalt von Porrentruy im Schweizer Kanton Bern studieren, wo er nicht viel später auch selbst unterrichten sollte. Der 1830 zum Priester geweihte kath. Theologe wurde 1836 auf Vermittlung des Grafen von Bombelle an den Wiener Hof berufen, wo er einer der Lehrer der Söhne von Erzherzog Franz Karl und Erzherzogin Sophie wurde und damit sowohl den zukünftigen Kaiser Franz Joseph wie auch Erzherzog Ferdinand Maximilian (später Kaiser Max von Mexiko) unterrichtete (u.a. auch in Erdkunde). Vor der Revolution von 1848 unternahm Mislin eine Pilgerreise von Wien über Budapest und Konstantinopel nach Jersusalem. Der danach erschienene Reisebericht wurde in mehrere Sprachen übersetzt und mehrfach nachgedruckt. In den folgenden Jahren leitete er die Bibliothek am Hof der Herzogin von Parma, Erzherzogin Marie Louise, wurde zum Abt von St. Maria von Deg (Ungarn), geheimer Kämmerer u. Hausprälat Papst Pius' XI., Apostolischer Pronotar, Kanoniker der Kathedrale von Großwardein, Träger zahlr. Orden (u.a. von Spanien, Parma u. des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem) sowie Mitglied zahlr. Akademien. Der Verfasser zahlr. Publikationen und Vertraute des belgischen Königs und des Grafen von Chambord blieb nach der Rückkehr von seiner Pilgerreise in Wien, wo er weiterhin in persönlichem Kontakt mit dem Kaiserhaus stand. - In einem numerierten, von Mislin eigenh. beschrifteten Papierumschlag. Sprache: Französisch Gewicht in Gramm: 500.
Seller Inventory # 35952
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