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Relativ grossformatiges Exlibris in Sepia-Radierung a. braun getöntem Papier, 17.9 x 14.3 cm, Platte 14 x 11.8 cm, in der Platte u.r. signiert 'K. Ritter', u.l. gest. Bezeichnung 'No. 53'. Blatt marginal wenig gebräunt u. min. stockfleckig, im Fussbereich schwach knittrig. Gesamthaft recht gutes Exemplar in kräftigem Abzug mit zartem Plattenton u. partiell deutlichem Plattenrand, im unteren Plattenrand mit Ansätzen von kleinen Remarquen. - - Eindrückliches, komplex-allegorisches, ungewöhnlich tiefgründiges und bedeutungsvolles, religiös-symbolistisches und teilheraldisches Sujet unter Verweis (Schriftrollen-Kartusche o.lks.) auf Psalm 121 (1, 2, 7) und 34 (5, 7, 19) : In demütiger Haltung auf Steintreppe in Gebirgslandschaft kniender teilgerüsteter Ritter mit umgehängtem Schild, darauf Wappen Comtesse: 4-strahliger Stern über Dreiberg, Schildhaupt belegt mit 3 fünfblättrigen Rosen. Oben rechts Lichtvision mit Kruzifix und umlaufender Schrift 'In hoc signo vinces' (In diesem Zeichen wirst du siegen) - Ps. 121: "Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen: Woher kommt mir Hilfe? / Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat / [.] Der Herr behüte dich vor allem Bösen, er behüte dein Leben." - Ps. 34: "Ich suchte den Herrn und er hat mich erhört, er hat mich all meinen Ängsten entrissen / [.] Da ist ein Armer; er rief und der Herr erhörte ihn. Er half ihm aus all seinen Nöten / [.] Nahe ist der Herr den zerbrochenen Herzen, er hilft denen auf, die zerknirscht sind." - Das Eignerzeichen scheint in besonderer Weise auf ein kritisches, wenn nicht tragisches Ereignis im Leben von Alfred Comtesse (1884-1959) Bezug zu nehmen : "C'est un des membres fondateurs de l'Association de la presse valaisanne en 1921. En 1915, il s'installe à Monthey où il fera carrière à la Ciba. Il prendra sa retraite en 1950. En 1915, il adhère également à la Société d'Histoire du Valais romand [.]. En 1920, il créé la Feuille d'Avis du district de Monthey (qui deviendra plus tard le Journal du Haut Lac) dont il fut le premier rédacteur puis le président du Conseil d'administration." (etc.; wikivalais) - Alfred Comtesse war ein engagierter Förderer und Sammler von Exlibris, die nach seinem Tod an die Walliser Kantonsbibliothek und an die Zentralbibliothek Solothurn gingen: "Die rund 14'000 Stück zählende Exlibris-Sammlung [.] verdankt sich der Schenkung von dessen Schwiegersohn, Dr. Rudolf F. Schild-Comtesse, Grenchen, im Jahr 1973. Die Sammlung umfasst Exlibris aus der Schweiz und aus dem umliegenden Ausland; zeitlich sind sie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts einzuordnen. Insbesondere bei den jüngeren Exlibris finden sich Exemplare von bedeutenden Künstlern." (etc.; zbsolothurn ch sammlungen/exlibrissammlung, online; cf. SELC Express 108/Apr. 2018). -- Das Geschlecht der Comtesse (teilw. auch Contesse) ist seit dem 16. Jahrhundert in La Sagne (Canton de Neuchâtel / Neuenburg) nachweisbar (HBLS; Wegmann nur bis 1900). -- Karl Ritter (Würzburg 1888-1977 Buenos Aires, Argentinien), "hat sich nicht nur als Exlibriskünstler, sondern auch als Drehbuchautor, Regisseur und Filmproduzent einen Namen gemacht und lebte in den 1950er Jahren in Wiesbaden, bevor er nach Argentinien auswanderte." (kulturland.rlp de) - Bzw."Deutscher Maler, Radierer, Regisseur, Drehbuchautor und Filmproduzent, zunächst militärische Laufbahn, Flugzeugkonstrukteur und Flieger, nach dem [Ersten Weltkrieg] Architekturstudium, später Hinwendung zur Malerei und Grafik, stud. bei Oskar Graf, Peter von Halm und Paul Geissler an der Münchner Akademie, ab 1925 als Werbegraphiker für die Südfilm-AG in Berlin tätig und zunehmende Hinwendung zur Filmproduktion, ab 1932 Produktionschef der 'Reichsliga', ab 1933 bei der UFA [.], Mai 1949 Auswanderung nach Argentinien und Aufbau einer Filmproduktion,1953 kurzzeitige Rückkehr in die BRD, Mitglied der Vereinigung Unterfränkischer Künstler und Kunsthandwerker, tätig in Berlin und Buenos Aires".
Seller Inventory # G061408
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