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119 S., Abb. Ein tadelloses Exemplar. - Zum 200. Mal jährt sich sein Geburtstag: Franz Liszt, der - wie Heine ihn nannte - "Attila, die Geißel Gottes aller Erardschen Pianos". Vor ihm war kein Flügel des Überlebens sicher, aber er hat dieses aus Holz und Gusseisen, aus Saiten und Feinmechanik gebaute Tastenschiff über alles geschätzt. Was dem Araber sein Pferd, das sei ihm das Klavier, hat er gesagt. Auf höchster Position in der Hierarchie der Instrumente stehe es. Unter allen Instrumenten könne am ehesten das Klavier mit dem Orchester gleich ziehen. Mit Blick auf Tonumfang, Harmonik, Polyphonie und Opulenz kann mit dem Klavier einer allein das, wozu das Orchester vieler bedarf - gesetzt, er heißt Franz Liszt. Das war es, was den Araber an seinem Pferd fasziniert hat. Der Mangel an Klangfarbenvielfalt war demgegenüber nur eine Quantite negligeable. Berlioz hatte kein >Pferd<, sondern eine Gitarre. Aber er war unter den Orchesterkomponisten der genialste Instrumentator. Wenn auch das Klavier - so könnte man seinen Gedankengang rekonstruieren - vieles von dem kann, was das Orchester vermag, dann ist doch das Orchester durch das, was es über das Klavier hinaus vermag - nämlich eine unendliche Mannigfaltigkeit von Klangfarben zu generieren -, eine Art Superklavier, eine Riesenmaschine. Sprach's und erdachte sich eine Musikfabrik mit 465 Instrumentalisten und 360 Choristen. Richard Wagner, nicht weniger technophil, fand das alles vollkommen falsch gedacht. Das Orchester ist genau keine Maschine, und das Klavier gehört auf die unterste Stufe in der Hierarchie: "Hämmer - aber keine Menschen!" "Das älteste, echteste und schönste Organ der Musik, dem unsere Musik allein ihr Dasein verdankt" sei vielmehr die "menschliche Stimme", Inbegriff des musikalisch Organischen, zu dem das Klavier die mechanische Gegenwelt bildet. Entsprechend ist das Orchester als Organismus aufzufassen. Paradigma für dessen Klänge ist die Stimme. Ihr am nächsten kommen die Blas- und Streichinstrumente. Das ist der Grunddualismus, der in den Texten von Berlioz, Liszt und Wagner zu finden ist: Klavier hier, Stimme da, Hand/Gegenkörper oder Mund/Atem, Schlag oder Laut, Punkt oder Linie, Perkussion hier, Blas- und Streichinstrumente da. Sprache: Deutsch Gewicht in Gramm: 550.
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