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87 S., Abb. Ein tadelloses Exemplar. - Vom 2. bis 22. September 2014 startet das Berliner Konzertleben mit dem Musikfest Berlin in die neue Spielzeit 2014/2015, veranstaltet von den Berliner Festspielen in Kooperation mit der Stiftung Berliner Philharmoniker. Es ist die 10. Ausgabe des 2005 gegründeten Orchesterfestivals. An 21 Tagen werden in der Philharmonie und deren Kammermusiksaal 51 Veranstaltungen mit über 75 Werken von 24 Komponisten präsentiert, aufgeführt von rund 25 Orchestern, Instrumental- und Vokalensembles und von zahlreichen Solisten des internationalen Musiklebens und der Musikstadt Berlin. Es gelte, "endlich eine neue poetische Zeit vorzubereiten, beschleunigen zu helfen", notiert 1835 der frischgebackene Chefredakteur Robert Schumann in der gerade gegründeten "Neuen Zeitschrift für Musik". Rund 20 Jahre später setzte Schumann neue Hoffnungen auf Johannes Brahms: Aus "dem Klavier machte er ein Orchester von wehklagenden und lautjubelnden Stimmen", doch wenn er einst "seinen Zauberstab dahin senken wird, wo ihm die Mächte der Massen, im Chor und Orchester, ihre Kräfte leihen, so stehen uns noch wunderbarere Blicke in die Geheimnisse der Geisterwelt bevor". Schon 1838 hatte Schumann für sich selbst konstatiert: "Das Klavier wird mir zu enge, ich höre bei meinen jetzigen Kompositionen eine Menge Sachen, die ich kaum andeuten kann." Das moderne Orchester fand zu seiner institutionellen Gestalt innerhalb der bürgerlichen Gesellschaft, als die Komponisten bereits Sorge dafür trugen, mit ihrem kompositorischen Schaffen der Institution langfristig die künstlerische Zukunft zu sichern. Ihre Werke werden bis heute gespielt. Das Werk ist die Herausforderung und Hoffnung der Institution: "Komponieren heißt", so der Komponist Helmut Lachenmann 1986 in einem seinem Komponistenfreund Wolfgang Rihm zugedachten Text, "ein Instrument bauen." Das ist zunächst metaphorisch zu verstehen: Die Partitur definiert den Klangkörper und wie mit ihm umzugehen ist. Und doch ist letztlich "das Bauen" ganz wörtlich zu nehmen, auch wenn Komponisten Instrumente bisweilen zwar erfinden, sie dann aber bauen lassen. So notiert Cosima Wagner am 12. Dezember 1880 in ihr Tagebuch: "Richard geht arbeiten, klagt aber, dass er Instrumente brauche, die er gar nicht hätte, müsste welche erfinden, und zwar nicht etwa um mehr Lärm zu machen, sondern um auszudrücken was er wollte." Sprache: Deutsch Gewicht in Gramm: 550.
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