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133 S., zahlr. Farb-Abb. Ein gutes und sauberes Exemplar. - 2015 feiert Helmut Lachenmann seinen 80. Geburtstag - und die Musikwelt feiert ihn. Wenige Komponisten haben die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts so geprägt wie er. Mit seiner >Musique concrete instrumentale" hat er nicht nur das Ausdrucksspektrum der Neuen Musik erweitert und war für ganze nachfolgende Komponistengenerationen prägend. Lachenmanns Musik im Grenzbereich zwischen Klang und Geräusch, zwischen Eruption und Verstummen kann als Gegenentwurf zu einer Bequemlichkeit des Hörens verstanden werden. "Bedient habe ich nie. Ich bin kein Dienstleistungsunternehmen . Meiner Meinung nach bezieht die Kunst ihre Würde aus ihrer erneuernden Energie." Ultraschall Berlin widmet Helmut Lachenmann einen ganzen Tag mit zwei Kammer- und zwei Orchesterkonzerten. Mit Schwankungen am Rand und der Tanzsuite mit Deutschlandlied bilden zwei zentrale und doch sehr unterschiedliche Orchesterwerke Lachenmanns den Abschluss des Festivals. Mehr noch, die Möglichkeit,jedes davon zweimal zu hören, führt, so hoffen wir, zu einer Vertiefung in der Auseinandersetzung mit Lachenmanns komplexer, höchst sinnlicher Musiksprache. Ergänzt werden diese Werke durch ausgewählte Kammermusik, so dass ein ganzer Tag zur intensiveren Begegnung mit dem Schaffen des Komponisten einlädt. Der >Tagfür Helmut Lachenmann" ist zugleich Auftakt für die "Lachenmann-Perspektiven": ein europaweites Projekt, das über zwei Jahre hinweg nicht nur Aufführungen sämtlicher Orchesterwerke Lachenmanns beinhaltet, sondern in Symposien, Akademien und Meisterkursen die Bedeutung von Lachenmanns Denken für das heutige (und künftige) Komponieren beleuchtet. Und auch bei Ultraschall Berlin wird die Vaterfigur Lachenmann von zahlreichen jüngeren Komponisten kontrapunktiert. Mehr als 25 Ur- und Erstaufführungen - unter anderem von Michael Pelzei Sergej Newski, Sarah Nemtsov und Vito Zuraj - bilden mit Wiederaufführungen wichtiger Werke derjüngsten Vergangenheit ein Netz von Bezügen und neuen Kontexten. Zu dieser vielfältig angelegten Auseinandersetzung mit Tradition und Vergangenheit auf der Suche j nach dem Neuen, dem originellen Blickwinkel und der ungewohnten Perspektive gehört auch das Projekt des ensemble recherche. Die Miniaturen von mehr als einem Dutzend Komponisten über Henry Purcells Arie Here the Deities approve sind gewissermaßen Mosaiksteine gegenwärtiger Vergangenheit. In den vergangenen Jahren ist die Grenze zwischen Konzert und Musiktheater in der Neuen Musik fließender geworden - Ultraschall Berlin hat dieser Entwicklung kontinuierlich seine Aufmerksamkeit gewidmet. Ein Beispiel für solche Grenzüberschreitungen gibt in diesem Jahr das Konzert der Neuen Vocalsolisten mit vokalem Kammer-Musik-Theater von Sergej Newski und Luca Francesconi. Musik-Theater im emphatischen Sinn des Wortes ist hingegen Sommertag von Nikolaus Brass. Hier erzählt die Musik auf eindringliche, plastische Weise von dem, was das gleichnamige wortkarge Theaterstück von Jon Fosse ausspart. Es ist seit jeher unser Ehrgeiz, zu Ultraschall Berlin die besten Interpreten von Neuer Musik einzuladen. In diesem Jahr sind die großen Ensembles wie das Klangforum Wien, das Ensemble Modern, das ensemble recherche oder die Neuen Vocalsolisten Stuttgart ebenso vertreten wie jüngere Formationen, darunter das Trio Catch, das zu den Shooting Stars der Neue Musik-Szene gehört, aber auch das aus vier Berliner Ensembles gegründete Ensemblekollektiv. Traditionell sind mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin und dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin auch die beiden Orchester der roc berlin beteiligt, zu deren Gesellschaftern Deutschandradio und der rbb gehören. Die Leitung liegt mit Lothar Zagrosek, Emilio Pomàrico und Franck OlIu in den Händen ausgewiesener Experten des zeitgenössischen Repertoires. Zu den tragenden Säulen des Festivals zählt seit langem die enge Zusammenarbeit mit dem Berliner Künstlerprogramm des DAAD, n diesem Jahr ist das gemeinsame Konzert.
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