1875 Weimar (6 results)

Porträt. Brustbild, halblinks. Holzstich von Adolf Neumann, rückseitig mit Text, 18,5 x 19 cm, um 1870.
Rost, Alexander (*1816 Weimar - 1875 ebenda). Deutscher Schriftsteller, 1836 Studium der Rechtswissenschaft an der Universität Jena
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KINDERPASTELLE Ein Skizzenbuch aus dem Märchenland der ersten Jugendzeit. Wilhelm Meister-Verlag Berlin, 1. Auflage 1924, ERSTAUSGABE, 160 SS. gebunden (Hardcover , Hln. kl. 8°, Vorderdeckel leicht verblichen), kleine Gebrauchsspuren, papierbedingt etwas gebräunt, ordentlich erhalten - in Bleistift mit halbseitiger eigenhändiger… Widmung, Datum 30.10.32, Unterschrift signiert.
FOTOGRAFISCHER NACHLASS AUS DEM KÜNSTLERISCHEM LEBEN UND DER FRÜHEN SCHAFFENSPHASE DES BILDHAUERS DANIEL STOCKER: CA. 85 GLASNEGATIVE, MEIST AUS DEM ATELIER; aber auch aus der Familie (privat, Ausflüge bzw. in Verbindung mit dem Atelier), kunsthistorische Exkursionen, Tiere (Pferd) in der Natur, etc.
STOCKER, [Prof.] Georg Daniel (1865-1957; Bildhauer, studierte an der Kunstakademie in Stuttgart bei Adolf von Donndorf, erhielt er auf der Weltausstellung in St. Louis die silberne Medaille; 1939, 1941 und 1942 auf der Großen Deutschen Kunstausstellung in München vertreten; 1939 erwarb Hitler dort seine Bronze-Statue 'Deutsche Frau'; auch als Medailleur tätig) / Rudolf Stocker (1879-1949; ebf. Bildhauer, Daniels jüngerer Bruder) / Arno Oswald Zauche (Weimar, 1875-1941; Bildhauer und Porzellankeramiker, Studienfreund Stockers bei Adolf von Donndorf, später Weimarer Bildhauerschule, nach 1913 auch künstlerischer Mitarbeiter der Schwarzburger Werkstätten für Porzellankunst):
Published by Stuttgart, überwiegend 1899-1901 (1x 1902, 2x 1903, 2x 1904, 1x 1906). 1906
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Plattengröße ca. 12,5 x 9 cm (1x halbe Grösse), einzeln in dem Inhalt entsprechend handschriftlich mit Bleistift (d. Zt.) betitelten braunen Papierumschlägen der Zeit (DinA6, auf Plattengröße gefaltet) mit Aufdruck 'Daniel Stocker / Stuttgart, 31 A Königsstrasse 31 A'[!]; ca. 45 spätere Hochglanzabzüge auf kräftigem Fotopapier (…ca. 15 x 10 cm); alles in stabiler neuerer Holzkiste; ca. 5 kg. *** (s. 'Thieme-Becker', Bd. XXXII, S. 74 u. 'Vollmer', Bd. IV, S. 481) INTERESSANTER UND ABWECHSLUNGSREICHER ORIGINAL-FOTOGRAFISCHER NACHLASS DES BILDHAUERS aus seiner frühen Schaffensphase, weniger ein Oeuvre-Verzeichnis (inkl. Werken seines jüngeren Bruders Rudolf, aber auch von berühmten Kollegen) sondern eher eine Dokumentation seines Berufslebens inkl. Teilnahme der Familie. - DIE UMSCHLÄGE SIND Z.B. FOLGENDERMASSEN BETITELT (oft mit Angabe der Belichtungszeit, seltener mit Lichtverhältnissen): WERKE (von Daniel Stocker?): 'Kirke, 3 Platten, aufgen. von Hüscher', 'Zieharmonikaspieler v. Daniel, Juli 1900 . . . Daniel mit lebensgr. Figur, May 1901', 'Amorköpfchen & Sclave, 7-8 Sec., Juli 99.', 'Charitas nach Bild, 8 Sec. Juni 99', 'Ida, Büste', 'sitz. weibl. figur, Dez 1900', 'Patriz [Huber] Büste, 2 Platten'(2. Platte: Säulenstandbild), 'Herme v. Griehl, Beloburg, März 99, 7 Sec.'(enth. tats. Männerbüste, s.o. Patriz Huber), 'Figur'[sich beugender nackter Jüngling], Frühlicht', 'Büste Papa', 'Frau Kobel, Portraitrelief', 'Flösser Figur, Sept. 1900'(nackt stehend, sich mit langem Stock), 'Plakette 'Arzt' 1902', 'weibl. Büste, mit Modell, Juli 1900', 'Sclave, 8 Sec. Juli 99'(Statue, stehend, nackt), 'Narciss, März 1900'(Statue, nackt), 'Mädchenbüste', 'Kain, v. Daniel'(kauernde nackter Mann auf grossem Sockel), '2 Büsten'(männlich), 'sitzende Figur'(nackter Mann), 'Göthedenkmal, Juli 1900'(rundes Monument mit Stufen, der Dichter auf hoher Stele), 'Burgdorf Negative'(enthält nackte weibl. Statue, sitzend), 'Portrait Büste, FGg Nagel[?], Nov. 1900'(älterer Mann, Büste und Modell), 'Th. Gengnagel, 9 Sec. Juli 99'(junger Mann, bekleidet, vor eigenem Portrait stehend); WERKE (von Rudolf Stocker): 'Musikplakette, v. Rud, St., '[männlicher] Akt . . .', 'singende weibl. Figur, v. Rudolf, Okt. 1901'(Statue, nackt, Arme deklamatorisch nach oben), 'weibl. Figur [Akt] v. Daniel, Frühlicht, Juli 1900'; WERKE (von Kollegen): 'Gruppe v. Schutky, März 1901'(nackter Mann, eine riesige Schlange würgend), 'Schüttky, Reiter Ge(r)m', 'Reiter auf Pferd v. Kleu[?], & Prometheus, Jan 99', 'Schkizze[!], Grab, v. Zauche [Mann knieend an Brust von Engel m. großen Flügel], 1900'(wohl Arno Oswald Zauche, Weimar, 1875-1941; Bildhauer und Porzellankeramiker, Schüler von Adolf von Donndorf, Weimarer Bildhauerschule), 'Löwe v. Zauche', 'Büste v. Zauche, 1900', 'Relief v. Zauche'; EXKURSIONEN (u. bei der Arbeit): 'Steinbruch, Moment, Oktober 1900', 'Augsburg, Cartauche am Fuggerhaus, 5 Sec.'(Wappenfries), 'Landsberg Bayerturm 1900, Abends, 10 Sec.', 'Pferdekopf'(lebend), 'Pferd [in der Natur], ganz', 'Pferdekopf'(mit Hals, Brust und Zaumzeug, lebendig), 'Formenlehre gotisch, 6 Sec. Juni 99 . . .', 'Löwenfüsse'(anatomisch), 'Landsberg, Inneres d. Kirche, 1900'(m. 6 Personen), 'Gruppe Ciseleure in Kleidern, '99, große Blende, 8 Sec.'(5 Männer, sitzend im Anzug, mglw. die o.g. Kollegen), 'Gruppe Ciseleure in Blousen, '99, . . ., 11 Sec., Mai 99'(4 Männer in Kitteln, am Arbeitstisch, lebendig); FAMILIE: 'Daniel Stocker, en face, Mai 99', 'Daniel Sept. 1900', 'Daniel Stocker, Profil, Mai 99', 'Portrait (Wiebel), 10 Sec. Juni 1900'(mglw. Dan. Stocker fotogr. v. 'Wiebel'), 'Rudolf im Spiegelbild, 8 Sec., 12. April 99'(senkrecht gebrochen), 'Rudolf mit Geige [u. freiem Oberkörper], Juli 1900', 'Käthe, Sept. 1900'(lebendig), 'Ida, 6 Sec. August 99'(junge Frau, zur Seite blickend), 'Ida im Freien, 1901'(im langen Kleid, unter Bäumen), 'Ida & Friederike, v. Mathilde Huber aufgenomm., 2 Platten, Sommer 1904', 'Ida, ganze Figur, März 1901'(stehend in wallendem Kleid), 'Ida Visit, 6 Sec. Aug. 99, Entfernung: 1m75'(den Kopf auf den Arm gestützt am Tischchen; 1/2 Plattengösse), 'Friedericke, Sept. 1906'(wohl Gattin), 'Haider Landschaft, m. Friedericke, Moment, Oktober 1900', 'Haidelandschaft, Friedricke und Rudolf, Moment, Oktober 1900', 'Mutter, gut, August 99, 5 Sec., Entfernung 1.10'(Brustportrait), 'Papa, Jan. 99'(Brustportrait), 'Gruppe, Mutter, Büste [der Mutter], Dan[iel], Jan 99', 'Familie Stocker, 5 Köpfe, März 1903'(Vater und Daniel, davor 3 Fauen [mglw. Mutter, Schwester, Gattin]), 'Tischgesellschaft Gmünd, im . . ., 7 Sec., März 1900'(insges. 11 Personen), 'Frau Mahler m. Kindern', 'Neckarlandschaft m. bad. Buben, 2 Platten, Moment, Sommer 1904'(der breite Fluß, mit Badestrand ggü.). --- INSGESAMT SEHR GUT ERHALTEN; seine Hauptwerke, wie z.B. das Standbild Hegels an der Front des Stuttgarter Rathauses (1905 ), die Friedrich List-Büste für die Bopseranlage in Stuttgart (1905), der Weißenburgbrunnen in der Alexanderstrasse mit der Figur 'Das Sinnende Mädchen', die Steinfigur 'Die Musik' für die Attika des Großen Hauses des Stuttgarter Staatstheaters sowie 4 allegorische Reliefs aus Bronze für die Königsloge (1911), die Bronzegruppe 'Bocksprung' für den Brunnen des Zeppelin-Gymnasiums in Stuttgart (1912), das Jugendstil-Grabmal des Frauenarztes Otto Gutbrod auf Hauptfriedhof Heilbronn, das Gefallenendenkmal 'Ohnmacht und Wille' in der Ehrenhalle des Friedhofs Feuerbach (1929) sowie die beiden Apostelfiguren 'Johannes und Paulus' für die Garnisonskirche in Ulm und Porträtbüsten von dem Anatomen Paul Clemens von Baumgarten in Tübingen, dem Unternehmer Albert Boehringer in Ingelheim und dem Flugzeugingenieur Hanns Klemm entstanden allesamt erst nach dem Zeitpunkt dieser fotografischen Dokumentation und sind somit naturgemäß nicht abgebildet. - BEILIEGT: ''DER BILDHAUER DANIEL STOCKER'' (von Hermann Missenharter, in 'Württemberg. - Monatsschrift im Dienste von Volk und Heimat', Heft 7, 1930; S. 302-307). . .
ZEITNAHER EIGENHÄNDIGER BERICHT WOHL VON FRITZ BRANDT d.J. (oder seinem Onkel Friedrich?) ÜBER RICHARD WAGNERS TOD am 13.2.1883, DER ÜBERFÜHRUNG DES SARGES NACH BAYREUTH UND DER DORTIGEN BEGRÄBNISFEIERLICHKEITEN am 18.2.1883, MONOGRAMMIERT UND DATIERT ''F. B. / Darmstadt, den 23. Februar 1883'', dem Stammsitz der Bühnentechnikerdynastie Brandt. - MÖGLICHERWEISE FRÜHESTER BERICHT VON RICHARD WAGNERS TOD UND DESSEN BEGRÄBNIS durch eine der Familie Wagner nahestehende Persönlichkeit. . .
RICHARD WAGNER, (1813-1883; Komponist, Dramatiker, Dichter, Schriftsteller, Theaterregisseur und Dirigent) / FRITZ BRANDT d.J. (1854-1895, Bühnentechniker u.a. in Weimar, vorübergehend verlobt mit Cosima Wagners ältester Tochter Daniela von Bülow), 1875 UNTER LEITUNG SEINES VATERS CARL BRANDT (1828-1881) AUFSICHT ÜBER DEN BAU DER BÜHNENTECHNIK FÜR DAS BAYREUTHER FESTSPIELHAUS sowie 1876 mit seinem Vater und dessen Brüdern FRIEDRICH BRANDT (1846-1927) und GEORG BRANDT (1844[46?]-1923) Bühnentechniker während der 1. Festspiele, ALLEINIGER TECHNISCHER LEITER DER FESTSPIELE VON 1882 BIS 1884; stand der Familie Wagner sehr nahe):
Published by 12 Seiten (21,5 x 14 cm) auf 3 gefalteten Doppelblättern; SEHR GUT ERHALTEN. - Fritz Brandt - seinerzeit jüngstes Mitglied der bedeutendsten deutschen Bühnentechniker-Famile des 19. Jahrhunderts - war des öfteren Gast der Wagners in Tribschen und Bayreuth und ist auch auf mehreren fotografischen Abbildungen mit der Familie und dem engsten Kreis um Wagner abgebildet. --- WEITERES BEDEUTENDES MATERIAL AUS DEM NACHLASS DES BÜHNENTECHNIKERS FRIEDRICH BRANDT UND SEINES SOHNES GEORG BRANDT (1889-1958), DER BIS IN DIE 1950er JAHRE EBF. EINE HERAUSRAGENDE KARRIERE ALS BÜHNENTECHNIKER ERLEBTE (leitend beim Wiederaufbau des Dresdner Schaupielhauses, in dem auch die Oper spielte, zuletzt an der Komischen Oper in Ost-Berlin), IM BESTAND. . . 1958
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~. *** ORIGINAL-HANDSCHRIFT (hier ein kurzer Auszug): ''Am 13ten Februar, Nachmittags gegen 4 Uhr durchflog plötzlich eine erschütternde Trauerbotschaft die alte Lagunenstadt am adriatischen Meere. Alles war in Bewegung, alles eilte, wie von einer unsichtbaren Macht getrieben. Alle Stimmen waren gedämpft, alle Augen gesenkt! So…ging es fort und fort bis in die späte Nacht, und auch da noch konnte 'Venedig' nicht zur Ruhe kommen. Dann, als zwischen schwer dahinziehenden Wolken der Mond sein blasses Licht über die Stadt ergoß, riefen die Geister längst entflohener, mächtiger Geschlechter es sich zu; >Richard Wagner ist gestorben.< - Richard Wagner, der große Dramatiker, war Nachmittags gegen 3 Uhr entschlafen. Noch am Morgen verließ er heiter den Pallazzo Vendramm, kehrte ebenso heiter zurück, und begab sich in sein Arbeitszimmer. Als zur Mittagszeit sich Frau Wagner mit ihren Kindern und dem anwesenden Freund der Familie: Joukovsky in das Speisezimmer begab, ließ sie ihren Mann durch einen Diener benachrichtigen. Kurz nachher eilte der Diener herein und meldete, daß Herr Wagner wieder einen krampfartigen Anfall bekommen habe. [Es] wurde augenblicklich nach dem Arzte geschickt und Frau Wagner eilte nach dem Arbeitszimmer, während die Kinder und der Freund zurückblieben. Als endlich der Arzt kam, wagten sie es vorsichtig einzutreten. Ein tieferschütternder Anblick bot sich dar. Auf einem kleinen Sopha etwas zurückgelehnt, saß der gewaltige Mann, der mit unendlicher Geisteskraft so oft sein Jahrhundert in die Schranken gefordert, wie schlafend. Vor ihm seine Gattin, starr, regungslos, bleich wie er, seine Hände fest umklammert. Der Arzt konnte nur den plötzlich eingetretenen Tod konstatieren. Alle Versuche, die Frau von der Leiche zu entfernen waren vergeblich. Geistesentrückt, saß sie da, die ganze Nacht, den ganzen nächsten Tag. Man trug sie zu Bett, doch bald darauf fand man sie wieder bei dem Todten. Sie hatte sich ihr schönes, mächtiges Haar, welches der Verstorbene so sehr liebte, abgeschnitten und ihm auf die Brust gelegt. - Als die sich so oft bewährten Freunde von Bayreuth herbeigeeilt kamen wurde die Leiche des großen Mannes eingesargt. Bedeckt mit tausenden von Kränzen und Blumen brachte man den Sarg nach der Bahn, wo sich große Massen Volkes eingefunden hatten, um in ernstem Schweigen, sich von dem Todten zu verabschieden. Vom König von Bayern waren trauerfestlich geschmückte Wagen gesendet worden, und in diesen fuhren die von wenigen Freunden treu bewachte Leiche, und die Familie, über München nach Bayreuth. Alle größeren Städte, welche der Trauerzug zu passieren hatte, bezeugten durch Vertreter dem Todten die letzte Ehre. Die Kinder, und die immer noch wie leblos erscheinende Gattin, wurden von Herrn und Frau Gross, von Joukovsky und Hans Richter nach Wahnfried gebracht. In der Nacht und am nächstfolgenden Vormittag trafen von allen Seiten tausende an Menschen ein, um dem Begräbniß beizuwohnen. Von allen Häusern wehten schwarze Fahnen, alle Laternen brannten. Unter den mächtigen Klängen des Trauermarsches aus der Götterdämmerung wurde der Sarg aus dem Wagen, auf eine Estrade getragen. Dort sprachen Bürgermeister Munker, und Banquier Feustel, ergreifende Worte. Gleich darauf ordnete sich der Trauerzug, und setzte sich in Bewegung, hohe Wagen, auf welchen ein Theil der schönsten und größten Kränze angebracht waren, die Geistlichkeit, und der große Leichenwagen mit dem Sarge. Dicht hinter dem Wagen folgten die Vertreter des Königs von Bayern und die nächsten Freunde des Verstorbenen. Nun schlossen sich Deputationen und Künstler, das Königliche Offizierkorps, königliche Beamte, Vereine der Stadt Bayreuth, etc. etc. etc. an. Die Straßen und Plätze waren überfüllt mit Menschen, und langsam bewegte sich der Trauerzug nach der Villa Wahnfried. An dem Thore angelangt hielten die Wagen, der Sarg wurde herabgestellt auf eine Bahre, welche die nächsten Freunde langsam nach der Gruft trugen. An der Gruft lagen die zwei schönen, mächtig großen Hunde Wagners. Die Bahre mit dem Sarg wurde niedergestellt. Als alle den Garten verlassen hatten, wankte Frau Wagner gestützt von ihren Kindern nach der Gruft. Nach einer langen feierlichen Stille während welcher, die gänzlich gebrochene Frau, mit den Kindern den Sarg umkreiste, erfaßten letztere mit einigen Bürgern den Sarg, und trugen denselben in die Gruft. Gleich darauf wurde der Eingang vermauert. - Es war Nacht geworden. Lautlose Stille herrschte im Garten der Villa Wahnfried. Wieder umzogen schwarze, düstere Wolken, den Himmel. Wieder warf der Mond hie und da sein bleiches, matt glänzendes Licht herab. In demselben sah man auf dem mächtigen Steine, der die Todtengruft bedeckt zwei riesengroße Kränze, mit Blumen durchflochten. Er wird noch etwas heller, und die Kränze mit den weiß und blaufarbigen Schleifen, auf welchen goldene Buchstaben erglänzen wurden jetzt deutlich sichtbar. - Sie geben der nächtlich umdämmerten Welt Zeugniß wie ein hoher, edler, deutscher König*, einen wahrhaftigen Freund, und unsterblichen Künstler ehrt. F.B. / Darmstadt d. 23.2.83.''; einige Worte im Text von alter - wohl derselben - Hand durchgestrichen oder korrigert, ebenso der Schluss 'F.B. / Darmstadt d. 23.2.83.'. --- *) König Ludwig II. nahm nicht selbst am Begräbnis teil, schickte aber seine Abgesandten General von Pappenhaim und Ministerialrath von Bürkel.
2 EIGH. BRIEFE AUS BAYREUTH VON FRITZ BRANDT (d.J.) AN SEINEN VATER CARL BRANDT, ANLÄSSLICH SEINER AUFSICHT ÜBER DIE BÜHNENARBEITEN AM FESTSPIELHAUS 1875 in Vorbereitung der 1. Bayreuter Festspiele 1876, mit Details über Richard Wagners Einfluss auf das Projekt und seinem engen Kontakt zu ihm; SIGNIERT UND DATIERT.
RICHARD WAGNER, (1813-1883; Komponist, Dramatiker, Dichter, Schriftsteller, Theaterregisseur und Dirigent) / FRITZ BRANDT d.J. (1854-1895, Bühnentechniker u.a. in Weimar, vorübergehend verlobt mit Cosima Wagners ältester Tochter Daniela von Bülow), 1875 UNTER LEITUNG SEINES VATERS CARL BRANDT (1828-1881) AUFSICHT ÜBER DEN BAU DER BÜHNENTECHNIK FÜR DAS BAYREUTHER FESTSPIELHAUS sowie 1876 mit seinem Vater und dessen Bruder FRIEDRICH BRANDT (1846-1927) Bühnentechniker während der 1. Festspiele, ALLEINIGER TECHNISCHER LEITER DER FESTSPIELE VON 1882 BIS 1884; stand der Familie Wagner sehr nahe):
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9,5 Seiten (18 x 12 cm) auf insgesamt 3 gefalteten Doppelblättern. *** ORIGINAL-HANDSCHRIFTEN (kurze Auszüge): I) ''LIEBER PAPA. NACHDEM WIR MIT FEUSTEL UND WAGNER EINE LANGE UNTERREDUNG HATTEN, und letzterer mit der Zeichnung des Prosceniums . . . zufrieden war, haben sie sich dahin geeinigt, wenigstens zu den Proben einen prov…isorischen Abschluß zu haben. Die Skizzen von Brückner welche ich dir hiermit schicke, gefallen Herrn und Frau Wagner sehr gut. Von den beiden Wagen der Frika[!], meint er, noch etwas größer.[!] Auch will er die Widder noch größer haben, göttliche Riesenwidder. - Er läßt dich bitten die Skizzen rasch nach London zu senden. Nun läßt dich Cosima noch bitten ihr durch mich die Adresse von Eberius zu schicken. Mir geht es soweit gut, wir sind Abends recht vergnügt bei Wagner. Dein Fritz, . . .''. / II) ''LIEBER PAPA. BIS AUF DAS WENIGE WAS NOCH IN DER OBERMASCHINERIE ZU MACHEN IST, sind wir soweit fertig. Die Schreiner sind auch mit dem Anstreichen seit vorgestern fertig und richten[?] Holz ab. Gestern Mittag war ein Gewittersturm ganz fürchterlicher Art. Es hat so stark durchgeregnet daß der vordere Theil der Bühne, ohne Uebertreibung, vollständig überschwemmt war. Ich habe mich sehr geärgert. Mit herzlichst. Gruß, dein Fritz. . .''. --- SEHR GUT ERHALTEN; WEITERES BEDEUTENDES MATERIAL AUS DEM NACHLASS DES BÜHNENTECHNIKERS FRIEDRICH BRANDT UND SEINES SOHNES GEORG BRANDT (1889-1958), DER BIS IN DIE 1950er JAHRE EBF. EINE HERAUSRAGENDE KARRIERE ALS BÜHNENTECHNIKER ERLEBTE (leitend beim Wiederaufbau des Dresdner Schaupielhauses, in dem auch die Oper spielte, zuletzt an der Komischen Oper in Ost-Berlin), IM BESTAND. . .

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Condition: guter Zustand. Bleistift mit Ritzungen, auf chamoisfarbenem Velin, aufgezogen, rechts unten signiert Siegm. v. Suchodolski". 37,9:25,8 cm. Vor den Resten ihres niedergebrannten Hauses sitzen auf den Resten ihrer Habe ein Mann und eine nackte Frau, während hinter diesen, vor den Ruinen, ein russischer Soldat zu Pferd s…teht; im Vordergrund liegt, vergleichbar einem Christus aus einer Pieta, ein männlicher Akt. Mit dieser düstern Szene verarbeitet der Zeichner Eindrücke aus dem 1. Weltkrieg. Vergleichbare Motive kennt man von Max Klinger, Franz von Stuck, Käthe Kollwitz u.a. Suchodolski studierte an der Kunstgewerbeschule und Techn. Hochschule in München. Er arbeitete als Architekt bei Dülfer und Th. Fischer, als leitender Architekt bei Messel in Berlin. Seit 1906 pflegte er mit Erfolg die Plakatkunst.