Publication Date: 1830
Seller: Antiq. F.-D. Söhn - Medicusbooks.Com, Marburg, Germany
Art / Print / Poster
[Ort nicht ermittelt], [um 1830-1840]. Lithographie. Blattgröße: 450 x 348 mm. - gezeichnet von J. Engerth M.D.X.A.C.; lithographiert von P. Pillera in Lemberg/Lwów. M. Ant. Großmann [Lebensdaten nicht ermittelt]; Funktion laut Legende: "lekarz i akuszer" (Arzt und Geburtshelfer); Zeichner: J. Engerth [Lebensdaten nicht ermittelt, möglicherweise im habsburgischen Raum tätiger Zeichner]; Lithograph: P. Pillera, Lithograph in Lemberg/Lwów; Widmung: "z wdziecznosci przez W. P. T. Brzozowska" (aus Dankbarkeit von Frau/Frl. Brzozowska); biographische und medizinhistorische Literatur zu Großmann derzeit nicht nachgewiesen. Funktion des Porträts: Danksagungs- und Repräsentationsbild eines Arztes und Geburtshelfers, gestiftet von einer dankbaren Patientin, das sowohl die persönliche Dankbarkeit als auch Großmanns fachliche Stellung im medizinischen Umfeld von Lemberg/Lwów dokumentiert. Die Lithographie zeigt Großmann in halbfiguriger Büste, mit leicht vorgebeugter Haltung hinter einem ornamental geschwungenen Tisch, auf dem Bücher und ein Tuch liegen; dies betont seine gelehrte, zugleich praktisch tätige Rolle. Im Hintergrund sind fein gezeichnete medizinisch-instrumentelle Gestelle erkennbar, die auf klinische oder geburtshilfliche Tätigkeit verweisen und dem Porträt eine fachliche Ikonographie verleihen. Die Kombination aus großzügig drapiertem Mantel, ruhiger Gesichtshaltung und den Apparaturen schafft ein Bild des modernen, technisch versierten Arztes, während die polnische Inschrift und die Widmung an Brzozowska die soziale Einbettung in das gebildete städtische Milieu Galiziens erkennen lassen. Die Rezeption Großmanns scheint vor allem in der persönlichen Erinnerungssphäre seiner Patientinnen und im lokalen medizinischen Umfeld verankert gewesen zu sein; überregionale medizinhistorische Werke nennen ihn bisher nicht. Das Porträt stellt daher ein seltenes bildliches Zeugnis der bürgerlichen Arzt- und Geburtshelferikonographie im polnisch-galizischen Raum der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts dar und illustriert zugleich die Rolle der Lemberger Lithographie (z. Lith. P. Pillera) bei der Verbreitung solcher Danksagungs- und Erinnerungsblätter.