Published by Berlin, 1966, 1966
Seller: Libro-Colonia (Preise inkl. MwSt.), Köln, NRW, Germany
29 Blatt schweres Hochglanzpapier (jeweils 24 x 28 cm) mit Titelblatt, Vorwort, sowie 7 Blatt mit doppelseitigem Text, 20 Blatt mit einseitigen Abbildungen, Hochglanzflügelmappe ca. 24,5 x 28,5 cm, eins von 310 nummerierten Exemplaren, dieses Exemplar ist nicht nummeriert, Mappe mit Gebrauchsspuren, schönes Exemplar. Vorwort: Seit Chirico, Max Ernst und Magritte hat uns ein gewisser Surrealismus, der zu einem großen Teil in der italienischen piuura metafisica seinen Anfang genommen hat, die totale Verdinglichung von Idee und Traum schätzen gelehrt. Diese Kunstrichtung befleißigt sich eines weitgehenden Illusionismus und einer technischen Virtuosität, die auf keine Mittel verzichtet, besonders nicht auf perspektivische Effekte, auf Augentäuschung und Helldunkel. Wenn man darin nicht auch ein lächerliches Element, eine Parodie akademischer Kunst entdeckt hätte, bestünde Anlaß, den Konformismus und Opportunismus dieser Kunstrichtung, zumal in den letzten Arbeiten Salvador Dalis, der die geringste Konkurrenz und den kleinsten Erfolg anderer nicht mehr duldet und alle Kraft darauf verwendet, die höchst theatralischen Virtuosen der Vergangenheit und Gegenwart, von den Anamorphosen und anderen Geniestreichen manieristischer und barocker Meister bis hin zum Realismus von Meissonier und den exhibitionistischen Kalligraphien von Matthieu, zu imitieren. Plotin hält sich mit seiner Zeichentechnik mehr an den ambivalenten Illusionismus von Magritte als an die platte Heuchelei von Dali, der sich so oft von seinem eigenen Vergnügen hinreißen läßt. Plotin zeigt uns hier Pestsäulen eines Traumreiches, die Wappen seiner zwangsneurotischen Heraldik, seine so unkriegerischen Trophäen und Siegeszeichen, als ob es sich darum handelte, Handwerker mit vollendeten Skizzen von Objekten zu versorgen, die jene mit anderem Material auszuführen hätten, vielleicht sogar in einem anderen Maßstab und gewiß in drei Dimensionen. Vor dem Zeichnen ist der Künstler zunächst verpflichtet, wirklich zu sehen, das heißt die Vision, an der er uns teilhaben lassen will, in allen Einzelheiten in sich aufzunehmen. Bewußt oder unbewußt, folgt Plotin in dieser Weise den visionärsten Anweisungen der großen romantischen Maler wie Caspar David Friedrich und seinem Schüler Carl Gustav Carus, die dem Künstler raten, bevor er zu malen beginnt, die Augen zu schließen, damit er das, was er malen will, in sich besser sieht und wiedererschaffen kann. Aber das erfordert Intelligenz und wirkliche Kenntnis dessen, was der Künstler will. Zu oft jedoch genügt in der Kunst der letzten Jahre, bis auf weniges, was sich uns darbietet, das, was er als Vision vorgibt. Edouard Roditi.
Language: German
Seller: Antiquariat an der Uni Muenchen, München, Germany
First Edition
4°. Berlin, 1966. 8 meist beidseitig bedruckte Bl. Text und 20 Bll. mit je einer s/w Abbildung, lose in einer bedruckten Flügelmappe. Erste Ausgabe.- Eines von 300 Exemplaren. Text von Klaus Völker und Edouard Roditi.- Mappe gebräunt und mit leichten Läsuren, die Blätter tadellos. Sprache: Deutsch Gewicht in Gramm: 1550.