Paar Kupferstiche, altkoloriert, von Johann Conrad und Erwin Eduard Susemihl, Darmstadt 1800ff. mit Textblatt. Schlenker 55,1; Nissen IVB, 907; Fine Bird Books 61. Johann Conrad Susemihl (aus Rainrod/Hessen, 1767-1847) lernte Zeichnen und Kupferstich an der Kasseler Akademie, später am Kunstinstitut von J. H. Merck in Darmstadt, studierte zwei Jahre in Dresden und wurde im Jahre 1800 Hofkupferstecher in Darmstadt. Er zeichnete und stach nach eigenen Beobachtungen und Vorlagen die Kupfertafeln in der von Lichthammer und Bekker hrsg. "Teutschen Ornithologie" (Darmstadt 1800-1817) und schuf damit eines der schönsten Vogelbücher des frühen 19. Jahrhunderts. Die Darstellung ist naturgetreu, da Susemihl als eifriger Jäger die Vögel nicht nur aufgrund ausgestopfter Museumsobjekte kannte, sondern seine Betrachtungen und Skizzen in der Natur vorgenommen hatte - zusammen mit seinem Bruder Johann Theodor und seinen Kindern Eduard und Emilie. Er hatte darüber hinaus in Darmstadt einen Kreis begeisterter Naturfreunde um sich gesammelt. Die großen Vogeldarstellungen (oft in ganzer oder auch halber natürlicher Größe), teilweise in Farben gedruckt und sorgfältig koloriert, gehören "in Stich wie in Kolorit zu den Spitzenleistungen des späten Kupferstichs" (Nissen).