Language: German
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Kupferstich ( anonym ), um 1760, 14,4 x 8,7 (H) Wegen der ärmlichen Verhältnisse seiner Eltern kann R. erst mit 14 Jahren mit höheren Studien beginnen und später das Gymnasium in Gera beziehen. Ab 1692 studiert er in Halle Philosophie und Theologie, wo er auch Hauslehrer bei seinem Lehrer Christian Thomasius ist. Krankheitshalber muß er 1695 das Studium unterbrechen; er hält sich in Rochlitz und Gera auf und studiert ab 1696 in Jena Theologie. Daneben hält er Privatstunden in Geschichte und Geographie. 1697 wechselt er nach Leipzig zum Studium der Rechte und Medizin. 1700 wird er in Leipzig Magister der Philosophie und beginnt mit Privatvorlesungen. 1703 wird er zum Dr. med. promoviert, muß seine Arztpraxis wegen Kränklichkeit aber bald aufgeben. 1707 geht R. wegen des Einfalls der Schweden nach Halle, 1712 kehrt er nach Leipzig zurück, eröffnet seine Praxis wieder und hält Vorlesungen. 1716 wird R. Kurfürstlich Sächsischer Rat und Leibarzt, gibt aber seine Praxis bald wieder auf, um seiner Lehrtätigkeit und seinen Schriften zu leben. Die z.T. nach streng logisch-beweisender Methode entworfene Philosophie R.s, der sich erstmals an deutschen Universitäten mit Locke auseinandersetzt, stellt vor allem das empirische Fundament aller Erkenntnis heraus und begründet damit eine zum Rationalismus Christian Wolffs konkurrierende Schule, die über Crusius auf Kant wirkt.