Published by Langensalza: Rockstuhl Verlag ,, 2018
4° (30x21). 120 S. m. zahlr. teils farb. Illustrationen. Fester illustr. Einband. Sehr gut erhalten. * Der Landkartenstecher Karl Kolbe hat von der Goldmedaille bis zum Schuldturm, vom überschwänglichen Lob der Fachwelt bis zum Selbstmord des armen kranken alten Mannes auf offener Straße in Berlin alle Höhen und Tiefen eines Künstlerlebens durchschritten. Sein Lebenswerk erfährt hier erstmals eine biographische und bibliographische Würdigung. Seine Rundkarten (eine seltene Präsentation von Landkarten) zeigen sich als Kombination von Landkarte, Stadtgeschichte und Bevölkerungsstatistik. Es erschienen 18 Einzelkarten (Einblattdrucke) von Berlin, Bremen, Breslau, Dresden, Erfurt, Hamburg, Hannover, Kassel, Köln, Leipzig, Liegnitz, Magdeburg, München, Neustrelitz, Schwerin, Stettin, Stralsund, Weimar; und ähnlich: Königsberg und Potsdam. Der erste Eindruck von der Lage der Stadt wird ergänzt durch einen gestochenen Text zur Stadtgeschichte, der dem Kartenbild gegenübergestellt wird. Die Karten wurden nicht in Atlasform verbreitet, sondern in den Jahren 1826-1845 als Einzelblätter (Einblattdrucke) an ein zunehmend reisefreudiges Publikum verkauft. Es war übrigens Karl Kolbe, der im Oktober1806 an der Rettung des preußischen Staatsschatzes per Schiff von Berlin nach Ostpreußen aktiv beteiligt war. In Berlin gab es damals drei Kupferstecher "Karl Kolbe", die der Buchautor Jäger jeweils biographisch würdigt und voneinander trennt. Für die Kolbe-Biographie wurden folgende Quellen ausgewertet: das Archiv der Akademie der Künste in Berlin, das Perthes-Briefarchiv in Gotha, das Geheime Staatsarchiv in Berlin und das Goethe-Schiller-Archiv in Weimar. Die Briefe und Förderungsanträge Kolbes und die jeweilige Atnwort der Freunde und der Behörden lassen den realen Lebensablauf Kolbes vor unseren Augen entstehen.