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  • Seller image for Einige neue Nachrichten von dem Leben und Character des Weltumseglers Jac. Coock; nebst der Erzählung seines Todes. Von David Samwell, Wundarzt auf der Discovery. (Aus dem Englischen übersetzt.) (Hier Anmerkung: "Diese Nachricht von dem Tode des grossen Seefahrers ist ganz von der bisher mitgetheilten verschieden, und hat daher in England viel Aufsehn erregt"). In: Neue Litteratur und Völkerkunde, Erster Jahrgang, 2ter Band. No XI, November 1787. for sale by Antiquariat Kainbacher

    Dessau und Leipzig bey G. J. Göschen, 1787, S. 443-460. Halblederband der Zeit mit Rückenvergoldung und goldgeprägtem Rückenschild. Gr. 8°. Etwas berieben, Deckel etwas fleckig. St.a.T., Text braunfleckig. Rarissimum - einzige deutsche Ausgabe des Samwell mit den vollständigen. 'Particulars concerning the Life?! Eine Alternativübersetzung sowohl zum Historischen Portefeuille als auch zum Weimarischen Magazin. Samwells "Particulars concerning the Life and Character of Captain Cook" werden hier - als Einleitung an den Anfang gezogen - vollständig wiedergegeben, was diese Ausgabe zur vollständigsten deutschen Ausgabe macht (im Weimarischen Magazin ist dieser Teil gekürzt, im Historischen Portefeuille nicht vorhanden). Wie auch in den anderen deutschsprachigen Quellen, fehlen die "Observations Respecting the Introduction of the Veneral Disesase Into the Sandwich Islands". Die Erzählung von Cooks Tod erfolgt hier ab der ersten Ankunft im Januar. Die Schilderung des Empfangs Cooks bei seiner Rückkehr am 11. Februar ist zusammengefasst und dadurch irreführend: "Nachdem (Cook), durch einen Windstoß gezwungen, kurz nach seiner Abfahrt in ihren Hafen zuückkehrte, zeigten (die Insulaner) ganz veränderte und feindseligere Gesinnungen". (Vgl. hierzu die Originalausgabe S. 7: "There appeared no change in the disposition or behaviour of the inhabitants. I saw nothing that could induce me to think, that they were displeased with our return, or jealous of the intention of our second visit. On the contrary, that abundant good nature which had always characterised them, seemed still to glow in every bosom, and to animate every countenance.). Ein weiterer, störender Übersetzungsfehler findet sich auf S. 448 unten: "Er war ein bescheidner Mann, oder vielmehr blöde" (im Original [S.21] "bashful" ? scheu!) Zwei weitere Ausgaben des Samwell (1786 im Historischen Portefeuille und 1787 im Weimarischen Magazin) waren weit vor Kippis schon erhältlich. Textvergleiche haben gezeigt, dass es sich bei allen drei Ausgaben um Alternativübersetzungen des englischen Originals handelt. Samwell hatte bereits an Cooks zweiter Reise teilgenommen. Auf der dritten Expedition war er zuerst auf der Resolution und ab Mitte 1778 auf der Discovery als Arzt tätig. Er war Augenzeuge der Ermordung Cooks in der Kealakekua-Bay auf Hawaii. Seine Schilderung der Umstände um Cooks Tod gilt als die zuverlässigste, die je veröffentlicht wurde! ?It details many aspects of Cook?s death that were suppressed in the official account and forms the basis of our knowledge of the details of the event, particularly since the visual record is so muddled by myth-making aspects? (Hill). Holmes über Samwell: ?Apart from its rarity, this pamphlet is one of the greatest importance, since it fills in gaps, e.g. as to the responsibility for Cook?s death, which are suppressed in the official account? Samwells Bericht erhält seine Bedeutung vor allem dadurch, dass er Aspekte einbringt, die King in der offiziellen Ausgabe entweder anders darstellt oder verschweigt. King sieht die Lage nach Rückkehr der Schiffe in die Kealakekua-Bay am 11. Februar 1779 völlig geändert: die Stimmung der Insulaner ist zurückhaltend, brütend und feindselig. Samwell weist deutlich darauf hin, dass er keinen Unterschied feststellen konnte. Das Verhalten von Leutnant John Williamson, der während Cooks Ermordung das zweite Boot führte und sich im entscheidenden Moment weiter vom Strand entfernte statt zur Hilfe zu eilen, wird von Samwell in Frage gestellt, wenngleich er einräumt, dass Williamson Cooks Zurufe falsch verstanden haben könnte. Ohne ihn je als den Schuldigen darzustellen, weist Samwell zumindest deutlich darauf hin, dass die Dinge einen anderen Ausgang hätten nehmen können, wenn Willisamson eingeschritten wäre. Außerdem erwähnt Samwell, dass Kapitän Clerke seine diesbezüglichen Aufzeichnungen kurz vor seinem Tod vernichtet hat, worüber King hinweggeht. Auch hier bleibt Samwell Diplomat und merkt als Grund für dieses Verhalten Clerkes schwindenden Gesundheitszustand an. Molesworth Phillips, ebenso Augenzeuge und mit Cook am Strand, behauptete später, Willisamson habe die Unterlagen nach Kings Tod aus dessen Kajüte gestohlen. Wie dem auch sei - King schweigt gänzlich diese Unterlagen. Die Tatsache, dass Williamson trotz der gegen ihn erhobenen Vorwürfe nach seiner Rückkehr nach England befördert wurde, gab Anlass zu weiteren Spekulationen: Wollte die Admiraliät das Scheitern Cooks auf Grund des Fehlverhaltens eines ihrer Bediensteten vertuschen? Ferner wundert sich Samwell darüber, warum man Cooks Leichnam zurückließ ? eine Rückholung sei zum gegebenen Zeitpunkt durchaus zu bewerkstelligen gewesen. M Auch wenn Samwell sich jeder Schuldzuweisung enthält und letztlich eindeutig zu dem Schluss kommt, dass Cooks Tod auf eine Verkettung unglücklicher Ereignisse zurückzuführen sei, bleiben Zweifel an Kings Berichterstattung.