Schloß Chokier (1 results)

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    • Published by [Lüttich], o. Dr., 1638., 1638

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      69, (1) SS., l. w. Bl. Geheftet. 4to. Außerordentlich seltene gedruckte Quelle zum Prozeß des Paul de Berlo(z) gegen Francisque de Belgioso (Beljoyeuse), in welchem ersterer sein Erbrecht auf das Schloß Chokier südwestlich von Lüttich (letztlich erfolgreich) gegen Belgioso erstritt. Paul de Berlo war 1592 noch als Kind von Marie de Senzeille und ihrem zweiten Gatten Paul de Stor adoptiert und zum Alleinerben auf Chokier eingesetzt worden. Nach dem Tode de Stors heiratete Marie 1596 den Mailänder Militär und Haudegen Jean-Jacques Barbiano de Belgioso. Der jähzornige und brutale Wüstling, dessen Untaten Legende waren, schaffte den Ziehsohn Paul nach Italien, sperrte seine Gattin in einen Kerker, um ihr ein Testament zu seinem Gunsten abzupressen, und erstickte sie zuletzt 1602 mit einem Kissen. Er beerbte seine Gattin und heiratete hernach Anne de Poitiers. Nach seinem Tode 1626 fiel Chokier an diese, die das Erbe aber an ihres Mannes Neffen, Ludovic Barbiano de Belgioso abtrat; nach dessen Tod im Folgejahr fiel es an seinen Bruder, Francisque de Belgioso. Gegen diesen klagte der nunmehr aus Italien zurückgekehrte Paul de Berlo sein Erbrecht ein. Zum Erfolg verhalf seiner Klage nicht zuletzt das Gebetbuch der Marie, in welches die Gefangene mit ihrem eigenen Blut ihre Leiden aufgezeichnet hatte. 1636 wurde Paul das Schloß Chokier zugesprochen, doch Belgioso focht das Urteil an: In der vorliegenden Flugschrift versuchte er, die Ansprüche seines Gegners zu diskreditieren. Erst 1639 konnte Paul de Berlo das Schloß endgültig in Besitz nehmen. - Titel etwas angestaubt; einige kleinere Randläsuren; Heftung der ersten Lage gelockert. Am letzten w. Bl. verso hs. Notiz um 1750: "Le Comte de Beljoyeuse Contre Paul De Berlo". Über internationale Bibliothekskataloge kein weiteres Exemplar nachweisbar. - X. de Theux (Bibliographie Liégeoise), 297 (offb. nicht gesehen; falsch: "1678").