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349 S. Erste deutschsprachige Ausgabe. Einband berieben und hinten geknickt, ansonsten in einem sehr guten Zustand ohne Anstreichungen. Klappentext: "Michel Butor, dem deutschen Leser durch seinen Roman, Paris-Rom oder Die Modifikation" bekannt, legt mit dem "Zeitplan" sein Opus Magnum vor, das in Frankreich als eines der bedeutendsten Zeugnisse des "Nouveau Roman" gilt. -- "Ein zentrales Thema aller Romane von Michel Butor ist das Überper- sönliche, Kollektive. In, L'Emploi du Temps', seinem schönsten Roman, ist es verkörpert in der Stadt: einer gro- Ben Industriestadt Englands, wo der Erzähler, Jacques Revel, von Frank- reich hergereist, sich für ein Jahr bei einer Firma verpflichtet hat. Diese Stadt Bleston ist wie ein dunkles Ge- genbild zu aller Herrlichkeit, die Frühere in der Stadt gesehen haben, von den Modernisten zurück zu Apol- linaire und vor allem Baudelaire, der ,die Stadt' so sehr liebte, weil sie ihm das Bild des Künstlichen und damit eine geistige Dimension vor Augen zauberte. Butors Bleston hat all diesen Zauber wieder verloren, es scheint, als hätten sich alle bösen Mächte, die der zivilisierte Mensch methodisch aus der Natur vertrieben, nun hier eingenistet. -- Wir erhalten das Bild einer chaotischen Welt, die dem Menschen, ihrem ur- sprünglichen Schöpfer, ins Unabseh- bare entwachsen ist. Der rußige Nebel, die Feuersbrünste, der Vergnügungs- park, der hektische Verkehr und vieles andere steht für dieses Teuflische. Und Revel setzt alle Kräfte ein, diese chaotische Welt geistig zu meistern und zu ordnen; kauft den genauesten Stadtplan, um sich durchzuringen durch das Labyrinth; geht in Kirchen und Museen den Bildern ihrer Ver- gangenheit nach, um darin einen Schlüssel zu ihrem Wesen zu finden. Er zeichnet alle Beobachtungen und Begegnungen seines Aufenthaltes in allen Einzelheiten auf und muß am Ende zugeben, daß er nichts gemei- stert hat. Jedoch der Bericht von die- sem Ringen ergab einen wunderbaren Text. Weil nämlich die Stadt, sein Ge- genstand und Widersacher, ein mäch- tig lebendiges Wesen ist, voller Dämo- nie und Fragwürdigkeit. -- Was aber besagt nun der Titel? Er ist offensichtlich eine Entgegnung auf Proust. Für Butor hat die Zeit nureine einzige verfügbare Dimension, die Gegenwart. Wer sich nicht im Moment widersetzt, die Zeit in Spra- che verwandelt und damit festhält, ist schon verloren. . Das eben zeich- net den Dichter vor anderen Leuten aus, daß die Zeit ihm nicht einfach ein Problem ist, mit dem man sich hie und da beschäftigt, sondern eine elementare Gegebenheit, die ihn mit einer gleichsam materiellen Präsenz verfolgt. Ob er sie im Wort zu über- winden vermag oder nicht, heißt Sein oder Nichtsein. Das ist sein Kampf mit dem Minotaurus, auf den Butor im vorliegenden Roman deutlich an- spielt, indem er dem aktuellen Ge- schehen in freilich loser Analogie den -- Theseus-Mythos zugrunde legte." Gerda Zeltner in der Zeitschrift "Du" Sprache: Deutsch Gewicht in Gramm: 250.
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