"Fisherwoman" high-quality facsimile/reprint in giclée print with a narrow, white border on 250g Schwarzwaldmühle art print cardboard (30x21cm) based on a lithograph by Gatternicht published in Stuttgart in 1904.
Seller: Galerie Joseph Fach GmbH, Oberursel im Taunus, Germany
Art / Print / Poster
Condition: guter Zustand. Kohle, laviert. Monogrammiert. 32,2:43,8 cm. Text: Bei dem Sauwetter, bei dem damischen, meld'ma sich am besten glei'krank. Literatur: Simplicissimus. Bilder aus dem Simplicissimus". Hrsg. Von H. Reinoß, Hannover, 1970, S. 260. 1899 in Stuttgart (Feuerbach) geboren, absolvierte Otto Herrmann die Volksschule und eine Lehre als Chemiegraph, bevor er als Freiwilliger in den Ersten Weltkrieg zog. Der militärische Drill die Kriegserlebnisse, und die materielle Armut haben den Künstler geprägt und schlugen sich unmittelbar in seinem Werk nieder. Anfang der 1920er Jahre wurde Otto Herrmann auf die Stuttgarter Kunstakademie aufgenommen. Studienaufenthalte führten ihn nach München, Paris und Italien. Bei Prof. Altherr absolvierte er 1928 die Meisterklasse. Danach arbeitete er als freier Maler und gesellschaftskritischer Zeichner für Zeitschriften wie Simplicissimus und Jugend. In dieser Zeit schloss sich Otto Herrmann der ARBK (Assoziation revolutionärer bildender Künstler) an. Einer der führenden Köpfe der ARBK war der Arzt und Schriftsteller Friedrich Wolf, für dessen Arbeiter-Theaterstücke Herrmann Bühnenbilder und Masken malte. Aus dieser Zeit ist wenig erhalten - eine Bombe zerstörte 1944 sein Atelier. Während des Dritten Reiches war es ihm kaum noch möglich künstlerisch zu arbeiten. 1936 soll er Ausstellungsverbot erhalten haben und im Zuge der Aktion "Entartete Kunst" wurde 1937 ein Ölbild von ihm aus der Sammlung der Staatsgalerie entfernt. In diesem Jahr heiratete er Maria Herrmann, um ihre Verbindung nach mehr als 15 Jahren zu legitimieren. Trotzdem verließ er Stuttgart vorübergehend, um in München eine Stelle als Autotypie-Ätzer anzunehmen. Schließlich wurde er ein zweites Mal zum Militärdienst eingezogen und in ein Ausbildungslager für schwere Artillerie in Brünn (Tschechien) geschickt. Dem Einsatz an der Westfront entging er schließlich durch eine Freistellung zur Industriearbeit. Bekannt wurde Otto Herrmann zunächst 1950 für seine Serie DIE VERDAMMTEN; ein Zyklus aus Lithografien und Zeichnungen, inspiriert von Plieviers Roman "Stalingrad". Die Ausstellung der Grafiken löste in Stuttgart einen Skandal aus. Sein Anliegen, die äußerste Entwürdigung und Verlorenheit des Menschen im Kriegsgeschehen ins Bewusstsein zu bringen, trug ihm den Vorwurf ein, die deutschen Soldaten zu diffamieren. Diese erste große Aufmerksamkeit ließ Herrmann an der Serie weiter arbeiten und ein Buchprojekt in Angriff nehmen. Doch das aufstrebende Wirtschaftswunder und vor allem die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik entzogen ihm den Boden bzw. das Publikum. Der Zyklus wurde zwar noch einige Male ausgestellt und von Sammlungen angekauft, doch Otto Herrmann war seither als der "Stalingrad-Maler" abgestempelt und zog sich frustriert über dieses Missverständnis zurück. Erst im Zuge einer Politisierung der Kunst durch die "68er" und eine Aufwertung gegenständlicher Malerei durch die "Neuen Wilden" bzw. die "Neoexpressionisten" rückten Otto Herrmanns Werke wieder in den Fokus des öffentlichen Interesses.
Condition: sehr guter Zustand. Feder in Schwarz und Aquarell in Rot, auf chamoisfarbenem Velin, monogrammiert, bezeichnet und datiert peag / Berlin (19)30", auf Karton montiert, dort betitelt, bezeichnet und datiert Café Lunte" / Orig. Zchg. / Berlin 1930" sowie signiert Peter-Anton Gekle." - Dargestellt ist der Blick in das legendäre Café Lunte, dem Treffpunkt der Berliner Bohème der 1920er bis 1930er Jahre in der Eislebener Straße 11, an der Wand der dadaistische Spruch Anti chianti Chianti-Christ!". - Die Eislebener Straße in Charlottenburg wurde ab 1893 angelegt und nach der Stadt Eisleben benannt, dem Geburts- und Sterbeort Martin Luthers. Sie ist nur 270 Meter lang und stellt eine der Verbindungsstraßen zwischen der Rankestraße und der Nürnberger Straße dar. Schon Anfang des 20. Jahrhunderts war die Eislebener" eine gutbürgerliche Adresse. Wie viele andere der umliegenden Straßen war auch die Eislebener Straße in den 1920er und frühen 1930er Jahren geprägt von der künstlerischen Bohème. In einem ehemaligen Zigarrenladen in der Eislebener Straße 11 residierte das kleine Café Die Lunte". Man nannte sie wohl die verruchteste, billigste der Künstlerkneipen", der renommierte Fotograf Umbo (d.i. Otto Umbehr, 1902-1980) fotografierte hier. Peter Anton Gekle ist in den 1920er Jahren in Berlin als Pressezeichner tätig und arbeitet unter anderem für bedeutende Zeitschriften wie den Simplicissimus", die Fliegende Blätter" und die Jugend".